Wie weit ist die Integration der künstlichen Intelligenz in der europäischen Hotellerie wirklich? Eine aktuelle Umfrage gibt Antworten.
Eine umfassende Umfrage in Österreich, Frankreich, Deutschland, Griechenland und der Schweiz hat den aktuellen Stand und das Potenzial der Einführung von künstlicher Intelligenz KI in der Hotellerie untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine ungleiche Integration von KI, wobei Kettenhotels und Hotels der gehobenen Klasse weiter sind, während sich kleinere Betriebe noch sehr zurückhalten.
Dies unterstreicht gemäss Alesia Khlusevich die Notwendigkeit eines einheitlichen Ansatzes für die Einführung von KI im Hotelgewerbe. Khlusevich hat die Umfrage im Rahmen ihrer Abschlussarbeit für den Master of Science in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Management von Informationssystemen an der Hochschule für Wirtschaft HES-SO Wallis durchgeführt. Sie resümiert, dass über die blosse Einführung von Technologien hinaus ein dringender Bedarf an Aufklärung und Sensibilisierung besteht. «Den Hoteliers ein klares Verständnis für die Vorteile und Kosten von KI zu vermitteln, ist entscheidend für die sinnvolle Anwendung und eine nahtlose Integration.»
Zu den wichtigsten Ergebnissen der Umfrage gehört die Erkenntnis, dass Hotels insbesondere die Möglichkeit der vorhersagenden Analyse nutzen. KI kann helfen, wichtige Kennzahlen wie Belegungsraten und Rentabilität vorherzusagen. Oft werden Technologien für Echtzeit-Revenue-Management und Personaleinsatzplanung verwendet, um die betriebliche Effizienz zu steigern und die Preise dynamisch zu gestalten.
Erste Betriebe geben zudem an, bereits in Innovationen wie automatisierte Kundenantworten und Kundenprofilierung investiert zu haben. «Dies zeigt einen wachsenden Trend zur Automatisierung und personalisierten Gästekommunikation in der Branche», heisst es in der Masterarbeit. Fortgeschrittene Technologien wie Gesichtserkennung und Hotelautomation befinden sich jedoch noch in der Entwicklungsphase. Die grösste Sorge für Hotels aller Arten und Standorte sind die hohen Investitionskosten für die Implementierung von KI. Die Umfrage zeigt: Obwohl Experten die weitreichenden Effizienzsteigerungen durch KI hervorheben, fehlt vielen Hoteliers noch ein klares Verständnis für deren tatsächlichen Nutzen. Die Skepsis gegenüber der Einführung neuer Technologien stellt im Gastgewerbe gemäss Alesia Khlusevich eine bedeutende Hürde dar. Daher seien gezielte Change-Management-Massnahmen nötig, um KI erfolgreich zu integrieren – insbesondere intensive Schulungen und kontinuierliche Unterstützung. Besonders zentral sei die Bedeutung von Technologieanbietern für die Innovationsdynamik in der Branche. «Eine enge Zusammenarbeit zwischen diesen Anbietern und den Hoteliers gewährleistet massgeschneiderte KI-Lösungen, die den individuellen Anforderungen der Hotels gerecht werden.» Dies sei unerlässlich, denn: «KI hat das Potenzial, das Gastgewerbe in vielen Bereichen zu revolutionieren.»
(ahü)
Alesia Khlusevich hat im Rahmen ihrer Abschlussarbeit für den Master of Science HES-SO in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Management von Informationssystemen eine Online-Umfrage entwickelt, um die Akzeptanz, den Nutzen und die Herausforderungen von künstlicher Intelligenz KI in der europäischen KMU-Hotellerie zu messen.
Die Umfrage wurde über Hotelverbände in fünfLändern – Österreich, Deutschland, Griechenland, Frankreich und der Schweiz – verbreitet. Die Studie wurde zwischen Mai und Juli 2023 durchgeführt und sammelte Informationen von insgesamt 1115 Hotels.