Unten Weinbar, oben legeres Fine Dining

Frischer Wind im «Storchen» in Luzern: Die Weinbar mit langer Tradition ist nun auch ein Gourmetrestaurant.

Blick in den zweiten Stock, wo sich neu das Gourmet-Restaurant befindet. (ZVG)

Der «Storchen» ist eine Luzerner Institution. Als Weinbar und Treffpunkt für Jung und Alt hat sich der Betrieb in der Altstadt etabliert. Seit letztem Juni weht hier zwar kein komplett neuer Wind, aber doch eine frische Brise. Die vier Freunde Silvan Vogt und Lorenzo Ñanculaf (Gastgeber) sowie Ivan Monaco und Tilman Schnyder (Küche), alle keine Unbekannten in der Luzerner Gastroszene, haben den Betrieb übernommen und führen nicht nur die Weinbar im Erdgeschoss weiter, sondern haben im oberen Stock zusätzlich ein Fine-Dining-Restaurant eingerichtet.

Optisch hat sich im «Storchen» nicht viel verändert – ein paar Pflanzen hier und da, neues Geschirr im Restaurant und eine bessere Schallisolierung. Aber nun gibt es hier nebst Wein, Drinks und Snacks abends auch ein Vier- oder Sechs-Gang-Menü für 89 oder 119 Franken. Das Konzept: Schweizer Produkte, so regional wie möglich, in höchster Qualität. Das Produkt steht im Vordergrund. So dreht sich vielleicht ein Gang ganz um das Thema Pilz: Diesen gibt es dann in verschiedenen Konsistenzen: püriert, als Öl, karamellisiert, geräuchert, grilliert oder als Pulver. «Uns ist es wichtig, dass sich der Gast am Ende an jeden Gang und seine Hauptkomponente erinnert», sagt Ivan Monaco. Für das Januar-Menü bestellte das Team einen ganzen Ochsen. Jeden Abend gab es jeweils einen First und einen Second Cut – bis das ganze Tier verwertet war.

«Schickt einfach!»

Zu Beginn gab es im «Storchen» auch noch ein A-la-carte-Angebot. «Dieses hat sich aber schnell von selbst erledigt», sagt Silvan Vogt. Nicht einmal eine gedruckte Karte braucht es mehr für das monatlich wechselnde Menü. «Die aktuellen Komponenten sind online aufgeschaltet – aber die meisten Gäste geben uns mittlerweile einen Freischein: Schickt einfach!» Das sei das schönste Kompliment – genau wie der Fakt, dass manche Stammgäste für jedes einzelne Menü vorbeikommen.

Für begeisterte Gäste sorgt unter anderem die Qualität der verarbeiteten Produkte. Drei vegetarische Gänge, einen Fischund einen Fleischgang sowie ein Dessert gibt es üblicherweise. Die Storchen-Jungs sind regelmässig in der Zentralschweiz unterwegs, um dafür die besten Zutaten zu finden. Unter anderem gibt es Käse von Toni Odermatt aus Dallenwil/ NW, Hochlandrinder vom Biohof Hinterberg in Kastanienbaum/ LU oder im Herbst Wild vom Luzerner Hausberg Pilatus. «Manche Produkte beziehen wir aber auch noch von Grosshändlern», räumt Tilman Schnyder ein. «Das Aufbauen eines Produzenten-Netzwerks braucht Zeit.»

Pilzgang mit Champignon-Creme, Shiitake und Kräuterseitlingen.

Auch Teures im Offenausschank

Neben dem Gourmetmenü überzeugt auch die Weinkarte des «Storchen». Über 500 Positionen beinhaltet diese, der Fokus liegt auf Weinen aus der Schweiz. 24 Weine werden im Offenschank angeboten – darunter auch immer ein paar teurere. «Unsere Gäste sollen auch exklusivere Weine glasweise probieren können», sagt Lorenzo Ñanculaf.

In der Bar gibt es Snacks und einfache Gerichte wie hausgemachte Tagliatelle oder Käseschnitten. «Wir liegen mitten in der Altstadt. Gerade im Sommer sind wir auch über Mittag gut ausgelastet», so Silvan Vogt. Nach rund einem Dreiviertel Jahr ist das Storchen-Team zufrieden: «Jetzt muss sich nur noch breiter herumsprechen, dass es bei uns auch ein Gourmetmenü gibt. Und die Küche dürfte etwas grösser sein – wir müssen jeden Schritt genau durchtakten, damit wir aneinander vorbeikommen», sagt Ivan Monaco lachend.

(Angela Hüppi)


Fakten und Zahlen

Sitzplätze
Bar ca. 25 Personen Restaurant 28 bis 35 Personen

Mitarbeitende
Sechs Mitarbeitende plus zwei Serviceaushilfen

Fläche
92 Quadratmeter inklusive Terrasse

Durchschnittsbon
Ca. 165 Franken


Mehr Informationen unter:

storchenluzern.ch