Aus einem Bienenvolk wurden über zweihundert

Von der Küchenchefin zur Imkerin: Mirjam Lendenmann hat die Faszination für Bienen gepackt.

Mirjam Lendenmann lebt die Imkerei mit Leib und Seele. Als Köchin weiss sie den Honig auch einzusetzen.(Bilder ZVG)

Von Bienen können wir Menschen noch vieles lernen – davon ist Mirjam Lendenmann überzeugt: «Es ist beeindruckend, wie der Superorganismus eines Bienenvolks funktioniert. Alle arbeiten für-einander und miteinander – es braucht jede einzelne Biene, damit alles reibungslos läuft.» Würden Menschen ähnlich stark am gleichen Strick ziehen, gäbe es weniger Probleme auf der Welt, sagt die Imkerin. Sie ist fasziniert von den schwarz-gelben Insekten – da-bei kam die ehemalige Küchenchefin eher zufällig zur Imkerei.


«Ich verwende selbst kiloweise Honig.»

Mirjam Lendenmann, Bee Happy 


Der Götti ihres Mannes Stephan Lendenmann betrieb viele Jahre eine Imkerei. «Er gab uns ein Volk für den Garten. Als Köchin fand ich es natürlich genial, meinen eigenen Honig zu haben.» Zudem sei der Götti schlau gewesen: «Er gab uns immer mega liebe Bienen, so dass es uns den Ärmel reinzog und es immer mehr Völker wurden.» Mittlerweile haben die zwei die ganze Imkerei mit über 200 Völkern übernommen. Lendenmann ist aus der Küche ausgestiegen und neben der Imkerei noch als Berufsfachschullehrerin an der Allgemeinen Berufsschule Zürich tätig. Auch dort gibt es ein Bienenvolk, dessen Honig in der Schulküche verwendet wird. «Honig ist so vielfältig, er lässt sich in den unterschiedlichsten Gerichten einsetzen», sagt die Imkerin. Wenn sie backt, ersetzt sie einen Drittel des Zuckers durch Honig. «In meinen Augen ist das gesünder, weil Honig auch wichtige Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe enthält.» Zuhause stellt sie unter anderem auch Hustensirup aus ihrem Honig her. Köchen rät sie, mutig zu sein. «Honig darf zum Beispiel durchaus ab und zu erhitzt werden – neuste Untersuchungen zeigen nämlich, dass dadurch nur etwa 15 Prozent der Nährstoffe verloren gehen.»

Was als Hobby anfing, entwickelte sich zur professionellen Imkerei: «Bee Happy» züchtet auch Bienenköniginnen und vermietet ganze Völker an Interessiert.

Schweizer Honig ist Trumpf

Beim Thema Bienen und Honig kommt Mirjam Lendenmann aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Sie kann unzählige spannende Fakten dazu erzählen. Zum Beispiel: Damit eine Königin entsteht, wird die Larve während drei Tagen mit Gelée Royale gefüttert, eine Arbeiterin bekommt viel weniger Gelée Royale. «Das reicht, um bis zu fünf Jahre länger zu leben.» Oder dass Stadthonig geschmacklich zu den spannendsten Sorten gehört, weil die Stadtvegetation so vielfältig ist. Besonders passioniert wird Lendenmann zudem beim Thema Schweizer Honig. Für sie ist klar: Nur dieser garantiert, dass man wirklich 100 Prozent Honig kauft: «Die Gesetzeslage in der Schweiz ist viel strenger. Etwa, was den Wassergehalt angeht.» Mit dem Kauf von Schweizer Honig unterstütze man zudem kaum Grossimkereien, sondern vor allem Hobbyimker. «Bei Schweizer Honig kann man sich sicher sein, einen wirk-lich ehrlichen und guten Honig zu erhalten.»

(Angela Hüppi)


Mehr Informationen unter:

beehappy.ch


Zur Person

Mirjam Lendenmann (38) ist Berufsfachschullehrerin an der Allgemeinen Berufsschule Zürich ABZH. Zuvor war sie Küchenchefin im Migros-Personalrestaurant Guggi in Zürich. Mit ihrem Mann Stephan Lendenmann betreibt sie die Imkerei Bee Happy in den Kantonen Aargau und Zürich. Die beiden haben drei Kinder.

Wunschbriefkasten

Über welches Thema möchtest du in der nächsten Ausgabe lesen?