Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat seinen Bericht «Das Weinjahr 2025» veröffentlicht. Die Zahlen zeigen, dass der Weinkonsum in der Schweiz insgesamt weiter zurückgeht. Der Absatz von Importweinen ist rückläufig, wohingegen der Anteil der Schweizer Weine leicht zunimmt.
Zur Ermittlung des Verbrauchs stützt sich das BLW insbesondere auf die Differenz zwischen Lagerbestand und Produktion des Jahres 2025, die sich auf 82 Millionen Liter belief, sowie auf die Zahlen des schweizerischen Observatoriums des Weinmarktes (OSMV-Changins).
Vor diesem Hintergrund stellt Swiss Wine Promotion erfreulicherweise fest, dass in einer Zeit, in der die Branche eine heikle Phase durchläuft, die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten eine Präferenz für einheimische Produkte entwickeln, die mit Werten wie hohe Qualität, Authentizität und Nähe verbunden sind.
Dieser Aufschwung zeigt, dass die in den letzten Jahren unternommenen Förderbemühungen Früchte tragen, und bietet eine ermutigende Perspektive für die gesamte Branche.
In einem sich ständig wandelnden Markt ist es von entscheidender Bedeutung, Trends zu erkennen und Chancen vorwegzunehmen. Bei der Analyse verschiedener Informationen, insbesondere der vom schweizerischen Observatorium des Weinmarktes veröffentlichten Zahlen zum Grosshandel, scheinen sich Chancen in bestimmten Marktsegmenten abzuzeichnen, die derzeit von ausländischen Weinen dominiert werden. Dazu gehören Schweizer Roséweine (+8 % im Einzelhandel im Jahr 2025), deren Konsumgewohnheiten sich meist saisonal bedingt und im geselligen Rahmen zeigen, sowie Schaumweine (derzeit 5 % Marktanteil für Schweizer Weine), die bei vielfältigen und sich wandelnden Anlässen konsumiert werden und ein interessantes Wachstumspotenzial für Schweizer Produzenten bieten können.
Eine Weiterentwicklung dieser Segmente könnte den Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten entgegenkommen und gleichzeitig dazu beitragen, den Konsum von Schweizer Weinen anzukurbeln.
Was in «Das Weinjahr 2025» auffällt ist, dass die weisse Sorte Müller-Thurgau im 175. Geburtsjahr des Züchters Hermann Müller-Thurgau 8 Hektaren (– 1,8 %) Fläche eingebüsst hat. Fast gleichviel (+ 5 ha bzw. + 1,3 %) zugenommen hat die international angebaute Sorte Chardonnay. Damit sind die drei am meisten angebauten weissen Sorten Chasselas (3416 ha), Chardonnay (417 ha) und Müller-Thurgau (411 ha).
Obwohl erst 2015 von Agroscope-Changins als sehr widerstandsfähig lanciert, ist die Anbaufläche der blauen Rebsorte Divico merklich geschrumpft (– 10,9 %) und liegt nun bei 92 Hektaren.
Ein weiteres interessantes Detail: Während der Konsum von ausländischen Schaumweinen gegenüber dem Vorjahr um 11,6 Prozent eingebrochen ist, erfreuen sich Schweizer Schaumweine nach wie vor zunehmender Beliebtheit. Deren Absatz stieg um 6,5 Prozent auf 3993 Hektoliter.
In einem nach wie vor schwierigen Umfeld beabsichtigt Swiss Wine Promotion, seine Bemühungen fortzusetzen und zu intensivieren, um diese positive Dynamik zu festigen, indem es die Vielfalt der Schweizer Terroirs, das Savoir-Faire der Winzerinnen und Winzer sowie die Qualität der Produkte ins Rampenlicht rückt.
(MM, Gabriel Tinguely)