Kreisel: Velofahrer gehören in die Mitte

Bei 53 Prozent der Unfälle im Strassenverkehr sind Fahrradfahrer involviert. Meist sind aber nicht sie für den Unfall verantwortlich.

Unwissenheit der Automobilisten gefährdet die Radfahrer. (Keystone-SDA)

Um das Velofahren sicherer zu machen, wurde in der Schweiz schon vor Jahren eingeführt, dass Velofahrer in Kreiseln in der Mitte der Fahrbahn fahren und bei Ampeln auch bei Rot rechts abbiegen dürfen. Dies allerdings nur, wenn die Ampel mit einem entsprechenden Hinweisschild versehen ist. Weil diese Regeln vielen Autofahrern nicht geläufig sind oder zu wenig beachtet werden, greifen die Sicherheitsmassnahmen nicht so stark, wie gewünscht.

Besonders gefährdet sind Radfahrer an Kreuzungen, die für einen flüssigen und sicheren Autoverkehr als Kreisel gestaltet wurden. Velofahrer generieren zwar nur acht Prozent aller Fahrten in der Schweiz, sind jedoch an jedem zweiten Unfall beteiligt. 71 Prozent der Velofahrer geben an, normalerweise, wie empfohlen, in der Mitte des Kreisels zu fahren. Die Hälfte von ihnen hält dieses Manöver jedoch für riskant. Die Lizenz zum Rechtsabbiegen bei Rot nutzen 90 Prozent der Velofahrer. Doch ein Viertel von ihnen hält diese Massnahme für gefährlich.

Diese Zahlen stammen aus einer Studie der Universität Lausanne und der Fakultät für Geowissenschaften und Umwelt FGSE.

Gefährliche Unwissenheit

Die Forscher haben das Verhalten von über 4500 Velofahrerinnen und -fahrern untersucht. Zudem haben sie rund 470 Nicht-Velofahrende befragt. Dabei zeigte sich: Die meisten Autofahrer und Fussgänger kennen die Regel Rechtsabbiegen-bei-Rot für Velos nicht (69 Prozent). Dass Fahrräder im Kreisel eigentlich in der Mitte der Fahrbahn fahren sollen, wissen sogar nur 44 Prozent der befragten Verkehrsteilnehmer.

(rif)


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