Honig ist ein Naturprodukt. Seine Ernte schwankt von Jahr zu Jahr. Doch nicht die Erntemenge macht den teuersten Honig der Welt aus, sondern die Art der Ernte und der gesundheitliche Aspekt.

(Illustration Pierina Bucher)
Der teuerste Honig der Welt ist gemäss Guinness World Records der Centauri Honey aus der Türkei. Der Preis pro Kilogramm beläuft sich bei der günstigeren Version auf 16 600 Euro und geht hoch bis zu einer Million, wie der Website centaurihoney.com zu entnehmen ist. Dieser seltene Honig wird auf 2500 Meter Höhe aus Höhlen und Felsen geerntet. Der Honig ist reich an Magnesium, Kalium, Phenolen, Flavonoiden und Antioxidantien. Seine Besonderheiten sind das bittere Aroma und das dunkle Aussehen. Geerntet wird er einmal jährlich. Aufgrund seines Preises und seiner gesundheitlichen Vorteile wird der Honig primär für medizinische Zwecke verwendet.
Ein weiterer teurer Honig ist Anzer-Honig aus der türkischen Schwarzmeerregion. Dabei handelt es sich um einen seltenen Blütenhonig. Seine Einzigartigkeit beruht auf den rund 500 Pflanzenarten, von denen gut 90 nur dort vorkommen. In der Schweiz ist er bei Bizimkiler Natural Products mit Sitz in Aarburg/ AG erhältlich. Ein Glas mit 454 Gramm kostet 120 Franken.
Ein anderer, ebenfalls teurer Honig macht den türkischen Erzeugnissen in Sachen Popularität Konkurrenz: Manuka-Honig aus Neuseeland. Auf diesen schwören nicht nur Promis wie Gwyneth Paltrow oder Ed Sheeran, sondern in den USA und teils auch in Europa ist er als Medizinprodukt zugelassen. Dies wegen der hohen Konzentration von Methylglyoxal. Eine Substanz, die antibakteriell und entzündungshemmend wirkt.
Manuka-Honig stammt aus dem Blüten-Nektar des Manuka-Strauches, einem Verwandten des australischen Teebaumes. Die Ureinwohner Neuseelands wussten seit jeher um die Wirksamkeit des Honigs. Die Pflanze, auch Südseemyrte oder Neuseelandmyrte genannt, wächst nur dort und in der südöstlichen Region Australiens. Die weissen oder rosafarbenen Blüten blühen oft monatelang.
Zur Gewinnung werden Bienenvölker nahe an wilden Manuka-Büschen platziert. Um diese ausfindig zu machen, nutzen die Honigbauern Hubschrauber. Dieses aufwendige Verfahren kostet: Auf der Website von Globus wird ein Glas mit 150 Gramm Inhalt für 49.90 Franken verkauft. Zum Vergleich: Die Preisempfehlung von Bienen Schweiz liegt für hiesige Erzeugnisse bei 17 Franken pro 500 Gramm. Im Handel erhältlich sind jedoch Produkte aus aller Welt in verschiedenen Preislagen.
Dass die Schweizer Honig mögen, zeigt der hohe Konsum von etwa 1,3 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Der hierzulande produzierte Honig kann jedoch nur etwa einen Drittel des Verbrauchs abdecken. Laut einer Umfrage von Apisuisse, dem Dachverband der Imkerinnen und Imker, fiel die Honigernte 2025 besser aus als in den Jahren zuvor. Pro Volk wurden 47 Prozent mehr Honig geerntet als im Vorjahr.
(Ruth Marending)