Die Hotellerie ist ihr gemeinsamer Nenner

Zwei sind Quereinsteiger und einer leidenschaftlicher Koch. Seit einem Jahr führen sie das Hotel Suretta in Splügen/GR.

Das Hotel der drei Jungunternehmer liegt mitten im Dorf Splügen. (Bilder ZVG)

Jan Feldmann, Fabian Schläpfer und Nico Wenk haben sich an der Hotelfachschule Zürich kennengelernt. Nun führen sie gemeinsam das Hotel Suretta in Splügen. Zu dieser Zusammenarbeit ist es gekommen, weil sich der gelernte Geomatiker, Fabian Schläpfer, mit dem Gastrovirus infiziert hatte. «Ich bin in der Nähe, in Heinzenberg/ GR, aufgewachsen. Mit meinen Eltern waren wir oft im ‹Suretta›, ein guter Freund meines Vaters verbrachte regelmässig seine Ferien hier.» Als die Besitzer des Hotels im Jahr 2020 für ihren zweiten Betrieb, das Hotel Piz Tambo, einen Nachfolger suchten, hat sich der damals erst 21-Jährige entschieden, das kleine Garni-Hotel zu führen. Um zu mehr Branchenwissen zu gelangen, hat Fabian Schläpfer die Hotelfachschule in Zürich begonnen. «Dass man sie berufsbegleitend absolvieren konnte, kam mir gelegen», erklärt der Hotelier.

«Als Anfang des vergangenen Jahres die Pächter des Hotels Suretta ans Aufhören dachten, war für mich klar, dass ich dieses Hotel führen möchte», sagt Schläpfer. Seine Studienkollegen Jan Feldmann und Nico Wenk waren sofort Feuer und Flamme für die Idee. «Wir haben gemerkt, dass wir dieselben Ansichten haben, was das Führen eines Betriebs betrifft», sagt Jan Feldmann.

Der Quereinsteiger Feldmann wollte nach der Matura Geld verdienen und erhielt bei der Mutter seiner Partnerin im Hotel Schäfli in Siebnen/SZ eine Stelle. Bettina Bader, die den Betrieb in der fünften Generation führte, meinte: «Bei uns gibt es immer etwas zu tun.» Die Arbeit in der Gastronomie gefiel dem 23-Jährigen so gut, dass er sich dazu entschloss, die Hotelfachschule zu absolvieren. Nach seinem Engagement im «Schäfli» war er unter anderem als Event-Verantwortlicher im Hotel Marina in Lachen/SZ tätig.

Der ausgebildete Koch Nico Wenk hat seine Lehre im Restaurant Rössli in Brüttisellen/ZH absolviert und danach an verschiedenen Orten gearbeitet. «Durch den Einblick in unterschiedliche Betriebe, habe ich viel gelernt.» Weil er sich betriebswirtschaftliches Wissen aneignen wollte, hat auch der 25-Jährige eine Weiterbildung in Angriff genommen.


«Wir funktionieren sehr gut als Team und haben die selben Führungsgrundsätze.»

Fabian Schläpfer, Direktion Hotel Suretta, Splügen/GR


Als die drei im letzten Frühling das «Suretta» übernahmen, teilten sie die Aufgaben untereinander auf. Jeder ist für einen Bereich zuständig. Nico Wenk ist der Küchenchef und für den Food & Beverage-Bereich zuständig. Jan Feldmann hat den gesamten Restaurantbereich und den Service unter sich. Fabian Schläpfer verantwortet das Hotel mit 17 Zimmern und die Administration. Elf Mitarbeitende halten den Betrieb am Laufen, wenn die drei Chefs montags und dienstags die Schulbank drücken. «In sechs Monaten schliessen wir die Hotelfachschule ab», erklärt Schläpfer.

Jan Feldmann, Nico Wenk und Fabian Schläpfer führen das Hotel Suretta.

Auf die Frage, wie die Zusammenarbeit zu dritt funktioniere, bestätigen alle, dass sie eine gute Gesprächskultur hätten. «Wir legen grossen Wert darauf, dass freundlich miteinander umgegangen wird. Herumschreien oder abwertende Aussagen gibt es bei uns nicht», sagt Jan Feldmann. Auch wenn sie sehr eng zusammenarbeiten, gebe es kaum Reibungen, auch wenn der Stress gross sei.

Was den drei Berufsleuten zugute kommt, ist die tolle Zusammenarbeit der Gewerbetreibenden in Splügen. «Hier funktioniert das Dorfleben noch. Es gibt verschiedene Handwerksbetriebe, eine Metzgerei, eine Bäckerei sowie eine Käserei», sagt Fabian Schläpfer. «Man kennt sich und engagiert sich gegenseitig für eigene Aufträge.»

(Daniela Oeglerli)


Mehr Informationen unter:

suretta.ch


Weitere Informationen

Das Hotel Suretta verfügt über 17 Zimmer und 35 Betten. Im Innenbereich gibt es 86 Sitzplätze und auf der Terrasse 60. Ein grosser Teil der Gäste sind Durchreisende oder Feriengäste aus dem Tessin. Und viele Einheimische treffen sich am Stammtisch in der Gaststube.