Die teuerste Hotelsuite

Eine Nacht für 114'767 Dollar: In der Mark Penthouse Suite im New Yorker The Mark Hotel kostet Schlaf plus Extras so viel wie ein Luxusauto. Doch was macht diese Suite zur teuersten der Welt?

(Illustration Pierina Bucher)

Im The Mark Hotel in New York (US) wohnen jene, die sich mit Geld vor allem eines sichern wollen: Prestige, Luxus und eine Atmosphäre, in der selbst hochrangige Gäste unsichtbar bleiben können. Die PR-Abteilung des Hauses beschreibt das Penthouse, das im Guinness Buch der Rekorde als teuerste Hotelsuite der Welt gelistet ist, als eine Art Stadtresidenz hoch über Manhattan. Sie ist verteilt auf zwei Etagen mit mehr als 1000 Quadratmetern, einem doppelstöckigen Salon, mehreren Kaminen, einer eigenen Terrasse mit saisonaler Eislaufbahn und privaten Aufzügen. Das kulinarische Niveau geht über den klassischen Room Service hinaus: Das Catering stammt von Sternekoch Jean-Georges Vongerichten, dessen Handschrift auch das gleichnamige, hausinterne Zwei-Sterne-Restaurant prägt.

In der Suite residiert laut «The Mark» jene Klientel, die man in dieser Preisklasse erwartet: royale Gäste, Wirtschaftsbosse, Tech-Milliardäre, Staatschefs und Hollywood-Grössen. Rund um grosse New Yorker Kulturevents wie die Met Gala wird das Penthouse zur VIP-Adresse für Stars und Entscheider. Der Guinness-Titel habe, so die PR-Stelle, den Mythos des Penthouses verstärkt und seine Rolle als kulturelle Bühne New Yorks gefestigt. Auch wenn Luxus mehr als ein Preis sei, sorge die Auszeichnung für Aufmerksamkeit und stärke die Position des Hauses im Ultra-Luxussegment.

Die Schweizer Antwort in Genf

In Genf steht ein weiterer solcher geschützter Mikrokosmos: die Royal Penthouse Suite im Hotel President Wilson. Sie gilt gemäss zahlreichen Quellen seit Jahren als teuerste Hotelsuite des Landes mit Preisen, die bei 70'000 bis über 80'000 Franken pro Nacht liegen. Die Residenz erstreckt sich über die achte Etage des Hauses: 1680 Quadratmeter, 12 Schlafzimmer, 12 Marmorbäder, eine weitläufige Terrasse mit Blick bis zum Mont Blanc. Ihr Ruf als «Festung über dem See» kommt nicht von ungefähr: kugelsichere Fenster, gepanzerte Türen und ein eigenes Sicherheitsteam machen sie zur bevorzugten Adresse für Staatsoberhäupter, UNO-Delegationen und Gäste, die maximale Abschirmung verlangen.

Auch in den Alpen spielt die Schweiz weit oben mit: Im Luxushotel The Chedi in Andermatt/ UR beispielsweise ist heute die Furka-Suite die exklusivste des Hauses. Gemäss Anfrage kostet sie rund 15'000 Franken pro Nacht und bietet auf 330 Quadratmetern über zwei Etagen drei grosszügige Schlafzimmer sowie einen privaten Spa-Bereich mit Sauna und Dampfbad.

Wer sich eine Nacht in diesen Suiten leistet, kauft nicht einfach Schlaf, sondern eine kurzzeitige Parallelwelt, die nur einer winzigen globalen Elite offensteht und für viele vor allem eines bleibt: ein seltener Blick durch das Schlüsselloch des extremsten Hotel-Luxus unserer Zeit.

(Andrea Decker)


Mehr Informationen unter:

themarkhotel.com
marriott.com (Hotel President Wilson)
thechediandermatt.com