Fredy Angst von der B & N Service AG über die aktuellen Trends an der Bartheke.
Fredy Angst, Sie haben sich vor über 30 Jahren als junger Mann über die schlechte Ausrüstung an Bars geärgert und ein Konzept entwickelt, das die Gastronomie im Bereich Table Top und Bar revolutionierte. Wie sah dieses aus?
Fredy Angst: Wir haben uns in den 1980er-Jahren international orientiert und in den gastronomischen Trendstädten der Welt die Restaurants, Bars und Clubs besucht. Solche Recherchenreisen waren damals unüblich. Auf unseren Reisen haben wir geschaut, womit und wie die Bartender arbeiten. Dann haben wir die Anbieter des verwendeten Barwerkzeugs wie Shaker, Strainer und Weiteres aufgespürt und deren Artikel in die Schweiz importiert.
Gab es solches Equipment in der Schweiz damals nicht?
Die Bartender mussten ihre Ausstattung mühsam im Detailhandel zusammensuchen. Entsprechend schlecht waren sie ausgerüstet. Dass wir mit unserem Konzept Erfolg hatten, merkten wir vor allem daran, dass wir von vielen kopiert wurden.
Über die Jahre ist Ihr Angebot gewachsen. Was bieten Sie an?
Wir haben rund 15 000 Artikel im Sortiment. Schwerpunktmässig sind dies verschiedene Gläser, Porzellan, Besteck und allgemeine Bar-Artikel.
Die Barszene verändert sich stetig. Wie finden Sie heraus, was die Bartender brauchen?
Wir sind mit den führenden Bar-Equipment-Händlern aus praktisch ganz Europa verbunden und kaufen zusammen über Hamburg gemeinsam ein. Jährlich gibt es ein bis zwei Brainstormings, wo sich alle Partner treffen.
Wie gut sind heutige Bartender ausgestattet?
Die Ausstattung ist vielfach gut und nicht mehr zu vergleichen mit unserer Tätigkeit Mitte der 1980er-Jahre.
Was gehört ins Grundarbeitskit eines Bartenders?
Das kommt darauf an, wie professionell und ideenreich gearbeitet wird. Was aber sicher vorhanden sein muss, sind Shaker, Streamer, Mixing Glas und Barlöffel.
Was ist Nice to have?
Zurzeit ist es Bar-Equipment aus Gold, Kupfer und Gun-Metal, so genanntem Rotguss. Dabei handelt es sich um Legierungen auf Kupferbasis.
Hat sich das Barwerkzeug über die Jahre verändert?
Vollkommen. Heute ist alles vielfältiger und in x-facher Ausführung erhältlich. Grossen Einfluss hat die japanische Bar-Kultur.
Inwiefern?
Die japanischen Shaker, Streamer und Co. sind formschöner und filigraner als die amerikanischen. Ähnlich wie japanisches Porzellan filigraner ist als jenes aus anderen Ländern.
(Ruth Marending)
Shaker, Strainer, Pourer und anderes mehr: Auch nach 35 Jahren gilt Fredy Angsts B & N Service AG als wichtige Adresse, wenn es um die Barausstattung geht. Dass Fredy Angst die Nase nach wie vor im Wind hat, zeigt sich auf seinen Trendtouren in Zürich oder mit dem Newsletter zu Neuheiten und Neuigkeiten.