Förderprogramm mit Perspektive

Die SSTH bietet Flüchtlingen den Einstieg ins Berufsleben.

Die Flüchtlinge eignen sich durch das Förderprogramm Basiskenntnisse in Küche, Hauswirtschaft und Service an. (ZVG)

«Das ist Integration pur. Genau so, wie wir es uns erhofft hatten», schwärmt Beatrice Schweighauser. Sie ist Prorektorin der Swiss School of Tourism and Hospitality (SSTH) in Passugg und für die berufliche Grundbildung sowie die höhere Fachschule zuständig. In diesen Bereich fällt auch das Förderprogramm «Integration in Gastronomie und Hotellerie» der Hilfsorganisation Courage your Way (CYW) mit Sitz in Zürich.

Als Beatrice Schweighauser von den Gründerinnen dieser Organisation Andrea Isler, Evi Gericke und Manuela Steiner auf eine mögliche Kooperation angesprochen worden war, wurde sie hellhörig. «Ich fand die Idee von Anfang an gut. Damit können wir in kleinem Rahmen etwas für die Integration leisten. Fast wichtiger ist die Vorbildfunktion für unsere Studierenden. Sie erleben, wie man mit kleinen Schritten Grosses bewirken kann.»

Ein Mix aus Theorie und Praxis

Das Förderprogramm bietet jeweils vier Flüchtlingen pro Durchgang die Möglichkeit, den Lehrgang für Berufseinsteiger «Young Talent Traineeship (YTT)» zu besuchen. Sie werden in Erstsemesterklassen eingeteilt und erwerben im Schulhotel praxisnah grundlegende Fähigkeiten und Kenntnisse in den Bereichen Service, Housekeeping und Küche. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmenden intensiven Deutsch- unterricht und absolvieren anschliessend ein mehrmonatiges Praktikum in einem Hotel. Danach ist bei Eignung und Interesse eine EBA-Lehre möglich. Dieses Jahr schlossen drei von vier  Flüchtlingen eine solche Lehre ab.

Das Programm ist eine Chance

Um sich für das Förderprogramm zu qualifizieren, sind Deutschkenntnisse auf Sprachniveau A2 notwendig. Darüber hinaus werden Assessment-Berichte, Lernfeedbacks und gegebenenfalls Rückmeldungen von Arbeitgebenden berücksichtigt. Darauf basierend, nehmen Job-Coaches der Fachstelle Integration eine erste Selektion vor. Danach entscheidet die SSTH, welche Flüchtlinge sich für das Förderprogramm eignen. «Am wichtigsten ist für uns ganz klar die Motivation der Bewerberin oder des Bewerbers. Deshalb gibt es nach der Prüfung des Dossiers noch ein Assessment bei uns vor Ort», sagt Beatrice Schweighauser. Das Förderprogramm sei eine Chance für die Flüchtlinge. 

Die Studierenden helfen mit

Finanziert wird das Projekt von verschiedenen Akteuren. Die Fachstelle für Integration im Kanton Graubünden unterstützt das Programm mit 5000 Franken pro Flüchtling. Zudem werden die Reisespesen übernommen und eine Integrationszulage in der Höhe von 300 Franken bezahlt. Die SSTH wiederum verzichtet auf 60 Prozent des Schulgeldes und die Praktikumsbetriebe zahlen «Courage your Way» monatlich Beiträge zur Refinanzierung der Ausbildungsplätze. Der Rest wird durch Spendengelder finanziert. «Unter den Studierenden hat sich eine Projektgruppe gebildet, die unter anderem einen Benefizanlass organisiert hat. Sie haben Gäste eingeladen, die bereit sind, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen», sagt Beatrice Schweighauser. Es sei ein Think Tank mit Leuten aus der ganzen Schweiz entstanden. Sie betont, dass sich die Studierenden aus freien Stücken für die Flüchtlinge einsetzen, «weil sie das Programm gut finden».

(Désirée Klarer)


Courage your Way

«CYW» ist ein gemeinnütziger, politisch unabhängiger und konfessionell neutraler Verein. Zweck dieses Vereins ist die Förderung von motivierten Menschen, allen voran Menschen mit Migrationshintergrund. Gegründet wurde der Verein im Dezember 2017.