Grüsse aus dem Morgenland

Ein neuer Food Trend erobert die Schweiz: die Levante-Küche. Bei der Fusionsküche aus Israel, Syrien, Jordanien und dem Libanon liegt der Fokus auf der Gemüse- und Aromenvielfalt.

Typisch für die Levante-Küche ist das Anrichten der verschiedenen Speisen in unzähligen Schüsselchen. (pxhere.com)

Eine der wichtigsten Speisen der Levante-Küche ist hierzulande bereits vor Jahren angekommen: Hummus. Das Püree aus Kicher­erbsen, Knoblauch, Kreuzkümmel, Sesampaste und Zitronensaft ­eignet sich als Dip oder als Aufstrich. Aber auch Falafel, Taboulé, Hülsenfrüchte und Kichererbsen sind schon länger in unserem ­Warenkorb zu finden. Doch die Levante-­Küche ist viel mehr als diese ­einzelnen Komponenten. Sie ver­einigt neue Aromen und Ge­schmacks­­erlebnisse zu einer neu­en Esskultur. Levante ist einGemeinschaftsessen, bei dem Fami­lie und Freunde gemeinsam und genussvoll speisen. Jeder ­bedient sich selber nach Lust und Laune. Alles wird geteilt und für jeden Geschmack ist auf dem mit Tellerchen und Schüsselchen beladenen Tisch etwas dabei. Ein Trend, der sich hierzulande auch in der aufkommenden ­Sharing-
Kultur widerspiegelt.

Wo Fleisch nur Beilage ist

Die Wurzeln liegen in der Region am östlichen Mittelmeer, die früher als Morgenland bezeichnet wurde. Gemüse spielt in der ­Levante-Küche die Hauptrolle. Verschiedene Gewürzmischungen wie zum Beispiel das herb-säuer­liche Sumach sind wichtig. Dieses wird aus den Früchten des Sumach-­Strauches gewonnen, meist mit Salz vermischt und wegen seiner verdauungsfördernden Wirkung gerne zu fettreichen Speisen serviert. In der Türkei ist Sumach ein beliebtes Tischgewürz.

Eine aus dem arabischen Raum stammende Mischung ist Baharat. Hauptbestandteile sind Pfeffer, Pa­prika, Koriander, Nelken, Kreuz­kümmel, Kardamom, Muskatnuss und Zimt. Wie Curry hat sie keine feste Zusammensetzung, sondern wird in vielen regionalen Varianten hergestellt. Den Gerichten Pfiff gibt Harissa, eine aus dem Maghreb stammende, scharfe ­Gewürzpaste aus frischen Chilis, Kreuzkümmel, Koriandersamen, Olivenöl, Knoblauch und Salz.

Rechtzeitig auf den Trend aufgesprungen

Verschiedene Gerichte sind typisch für die Levante-Küche. Wie etwa Shakshuka, ein nord­afrikanisches Gericht aus poch­ierten Eiern in einer Sauce aus ­Tomaten, Chilischoten und Zwiebeln. Oder das Auberginenpüree Mut­abbal, das zu den traditionellen Mezze der arabischen Küche zählt. Ful ist ein weit verbreitetes Gericht aus Saubohnen, das oft als sudanesisches und ägyptisches Nationalgericht bezeichnet wird.

Eine Firma, die rechtzeitig auf den Trend der Levante-Küche aufgesprungen ist, ist die Aryzta Food Solutions Schweiz AG: «Wir führen seit ein paar Monaten ein Basisangebot mit Pitas, Hummus, Falafel, orientalischer Mini-Pâtisserie und anderem mehr», sagt Petra Staudenmaier. Das Angebot sei vor allem von der System- und individuellen Szenegastronomie wie Foodtrucks und Take-aways sehr gut angenommen worden. Besonders nachgefragt seien Falafel-Balls, Premium Hummus und Pita-Brote.

(Ruth Marending)