16 Jahre nach dem Weinviertel wird Carnuntum zum 14. österreichischen DAC-Weinbaugebiet.
Districtus Austriae Controllatus, kurz DAC, ist eine gesetzliche Herkunftsbezeichnung für gebietstypische Qualitätsweine aus Österreich. Während die Schaffung des DAC vielerorts als eine Marketingmassnahme für Basisweine verstanden wurde, ging man in Carnuntum die Sache schliesslich von ganz oben an. In zahlreichen Degustationen und Diskussionen analysierten die Winzer ihre Einzellagen: Welches sind die besten Weine des Gebietes und warum? Welche Weine haben international die grösste Bekanntheit, welche werden als die eindeutigsten Botschafter des Gebietes erkannt? Aus welchen Sorten sind diese Weine gemacht? Welche Sorten drücken welche Einzellagen am besten aus? Die Antworten auf diese Fragen führten zu einem klaren Gebietsprofil.
Den Namen Carnuntum können zukünftig nur Weine tragen, die der gemeinsam definierten Stilistik entsprechen. Im Rotwein dominieren mit mindestens zwei Dritteln die Rebsorten Zweigelt und/oder Blaufränkisch. Bei Carnuntum weiss sind es, ebenfalls zu zwei Dritteln, die Sorten Grüner Veltliner, Chardonnay und/oder Weissburgunder. Was vage klingt, schmeckt aber eindeutig. Diese Regelung gilt für alle drei Stufen – Gebietswein, Ortswein und Einzellagenwein. Ortsweine gibt es auf den sechs Terroirs von Göttlesbrunn (saftige Würze), Höflein (markante Rassigkeit), Stixneusiedl (filigrane Eleganz), Petronell (knackige Frucht), Hainburg (feingliedrige Weine) und Prellenkirchen (straffe Struktur). Einzellagenweine müssen die Charakteristik der Parzelle in höchste Qualitätskategorien tragen.
Die etablierte Marke «Rubin Carnuntum» bleibt parallel zur DAC bestehen und ist auch in Zukunft Garant für gebietstypische Zweigelt-Weine.
(Gabriel Tinguely)