Hotels investieren Millionen

«Bak Economics» hat im Rahmen einer Studie die Bautätigkeit sowie die regionale Entwicklung des Bauvolumens verschiedener Branchen analysiert. Darunter auch die Hotellerie und Gastronomie.

Der umfangreiche Umbau des Hotels Josef in Zürich hat gut zwei Jahre gedauert. Das Design stammt von der Innenarchitektin Virginia Maissen. Mehr zu ihr erfahren Sie im Interview auf Seite 13. (ZVG)

Grossprojekte wie das 350 Millionen Franken teure Golfresort La Gruyère in Pont-la-Ville/FR beeinflussen die Entwicklung der Bauinvestition in der Hotellerie stark. Dadurch entstehen über die Jahre grosse Schwankungen, wie eine Studie des unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstituts Bak Economics zeigt. 

Während die Investitionen in Hotelbauten in den Jahren 2006, 2007, 2011 und 2013 im zweistelligen Prozentbereich zulegten, waren sie in den Jahren 2004, 2008 und 2010 in ähnlichem Umfang rückläufig. Besonders auffällig ist das Jahr 2016. Damals legten die Ausgaben für Neubauten zwar um satte 35,8 Prozent zu. Doch gleichzeitig gab es bei den Umbauten ein Minus von 11,6 Prozent. Deshalb stiegen die Bauinvestitionen letztlich insgesamt nur um 2,6 Prozent und lagen bei 987 Millionen Franken. Im Jahr 2017 wuchsen die Investitionen nochmals um 12,2 Prozent auf 1107 Millionen. 

Dieses starke Wachstum ist zum Teil auf die vielen Bauprojekte im Raum Zürich und anderen Städten zurückzuführen. Die starke Konzentration liegt darin begründet, dass die Tourismusnachfrage aufgrund des Geschäftstourismus in den Zentren in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Hinzu kommt das Tiefzinsumfeld, das viele Investoren internationaler Hotelketten wie «Hyatt», «A-Ja»  oder «Motel One» in Schweizer Zentren lockt. Gefragt sind hierbei massgeschneiderte Umnutzungs- oder Neubauprojekte. 

Das Darlehensvolumen steigt, die Bauaufträge nehmen zu

Nach dem Hoch im Jahr 2017 geht «Bak Economics» im Jahr 2018 von einem Minus von 3,9 Prozent auf 1064 Millionen aus. Knapp die Hälfte davon wurde teils durch Darlehen der schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) mitfinanziert. 

Die Bewilligungen für die Darlehen werden sich laut Peter Gloor, Leiter Finanzierung SGH, im Jahr 2019 zudem über den Zahlen von 2018 bewegen. Er erläutert: «Aktuell liegen die Bewilligungen bei über 50 Millionen. Wobei anzumerken ist, dass auch eine grössere Anzahl Geschäfte als im Vorjahr bearbeitet beziehungsweise bewilligt worden ist.» Der Mitfinanzierungsanteil der SGH beläuft sich in der Regel auf rund 15 bis 18 Prozent der gesamten, durch die SGH mitfinanzierten Projekte. Nicht minder wichtig ist jedoch das Eigenkapital. Dieses beträgt trotz hoher Finanzierungsbeteiligung der Bank gut 30 Prozent. Von den im Jahr 2018 bewilligten Darlehensbeträgen wurden rund 58 Prozent für Hotelerneuerungen verwendet. Bei 37 Prozent handelte es sich um Neubauten inklusive Kapazitätserweiterungen und bei 5 Prozent um Hotelkäufe. Die einzelnen, durch die SGH mitfinanzierten Projekte betragen jährlich zwischen 150 und 240 Millionen (Jahre 2014–2018).

(Désirée Klarer)