Luxus-Rind direkt aus Bern

Die Familie Fuchs züchtet in Bolligen/BE seit 2012 erfolgreich Wagyu-Rinder.

Ursula und Thomas Fuchs gefällt die Selbständigkeit als Wagyu-Züchter. (ZVG)

Die Wagyu-Zucht von Ursula und Thomas Fuchs begann 2012 mit «Lilly», einem Wagyu-Kalb. Mittlerweile zählt die Zucht 55 Tiere. Ende 2020 sollen es 70 sein. «Damit wird es uns möglich, zu hundert Prozent von der Zucht zu leben», erläutert Ursula, die derzeit noch im Teilzeitpensum als Bau- ingenieurin arbeitet. Thomas hingegen, gelernter Holzbautechniker und Landwirt, kümmert sich in Vollzeit um die Tiere. Im Winter bedeutet dies: morgens früh aufstehen, Tiere füttern und Stall säubern. Im Sommer wiederum sind die Tiere zwar meist auf der Weide, dafür stehen Heuen und Ernten an. «Wir produzieren 95 Prozent der Futtermittel selbst. Langweilig wird es uns also nicht», ergänzt Thomas. Zumal auch administrative Aufgaben anfallen und der Stall in Stand gehalten werden müsse.

Dinge selbst in die Hand nehmen

Ein weiterer Bereich, der nebst der richtigen Haltung und Pflege der Tiere für den Erfolg der Zucht wichtig ist, ist jener des Marketings. «Viele Züchter unterschätzen, wie wichtig die Vermarktung ist», sagt Ursula. Zu Beginn zählte dies auch bei ihr nicht zu den liebsten Aufgaben, «doch wenn du ein Produkt herstellst, das du toll findest, ist es was ganz anderes». Anfangs suchten die beiden auf Google gute Restaurants heraus und kontaktierten diese telefonisch. «Learning by doing», sagen die beiden gut gelaunt. «Der erste Koch, den wir so für uns gewinnen konnten, war Domingo S. Domingo vom ‹Mille Sens› in Bern», erzählt Thomas. Mittlerweile ist das Fleisch unter anderem auch im «Casino Bern» sowie im «Landhaus Liebefeld» erhältlich. Ein Kilo Schlachtgewicht, also Fleisch samt Knochen, kostet dreissig Franken. Dabei handelt es sich um ein Mischpaket. Man muss also  wissen, wie man die Stücke zubereitet. Wer nur Filet kaufen möchte, zahlt schnell einmal 300 Franken. Kein Wunder: Ein reinrassiges Wagyu-Kalb kostet zwischen 5000 und  10 000 Franken. Zudem sind die Tiere erst mit drei Jahren schlachtreif.

(Désirée Klarer)


Wagyu-Rind

Wagyu-Rinder haben dieselbe Genetik wie Kobe-Rinder. Doch Letztere dürfen nur so benannt werden, wenn sie aus einem bestimmten Gebiet in Japan kommen. Der Fettgehalt des Fleisches dieser Tiere reicht nach dem japanischen BMS (Beef Marbling Score) von 1 (mager) bis 12 (fett). Die Zahl 12 entspricht einem Fettgehalt von über 30 Prozent.