Der Leiter Fachberatung bei Unilever kennt den Gastromarkt bestens. Am Puls der Zeit bleibt er auch durch das Sponsoring der Kochnationalmannschaft.

Unilever Food Solutions entwickelt nicht nur Produkte, sondern auch Rezepte und Lösungen für den Küchenalltag. (ZVG)
Das war eine sehr prägende Zeit für mich. Als junger Koch die Schweiz auf internationalem Parkett zu vertreten, erfüllt mich heute noch mit Stolz. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, sind die vielen intensiven Trainingstage, an denen wir als Team zusammengewachsen sind. Der Druck, unter Wettkampfbedingungen Höchstleistungen abzuliefern, hat mich geformt wie wenig anderes in meiner Karriere.
Ich habe vor allem eines gelernt: Perfektion entsteht durch Wiederholung und den Mut, sich hinterfragen zu lassen. Diese Haltung trage ich bis heute in mir – in der Konzeptentwicklung, beim Food-Styling, in der Teamführung. Die Vorbereitungszeit hat mir gezeigt, dass Spitzenleistung nur im Team möglich ist. Jeder bringt seine Stärken ein, und das Ergebnis ist immer grösser als die Summe der Einzelteile. Dieses Prinzip lebe ich auch bei Unilever Food Solutions jeden Tag.

Andreas Williner ist eidg. dipl. Küchenchef und Leiter der Culinary Fachberatung bei Unilever Food Solutions in Thayngen/SH.
Als ich 2003 an den World Skills in St. Gallen war, gab es weder soziale Medien noch künstliche Intelligenz. Man merkt, dass dieser Einfluss sich heute auch bei den Teams zeigt. Sie bereiten sich noch systematischer vor, die Menüs sind konzeptionell durchdacht und neben Geschmack und Optik wird das Storytelling immer wichtiger. Gleichzeitig ist der internationale Wettbewerb härter: Skandinavische und asiatische Nationen haben massiv aufgeholt. Was mich aber freut, ist, dass die Schweiz konstant an der Weltspitze geblieben ist – das zeigt, dass wir in der Ausbildung und im Engagement nach wie vor Massstäbe setzen.
Unser Future Menus Trends Report, jährlich mit über 250 Culinary-Fachberatern weltweit erarbeitet, zeigt vier grosse Bewegungen: erstens «Culinary Roots» – die Rückbesinnung auf regionale Traditionen und fast vergessene Zubereitungstechniken. Zweitens «Street Food Couture», also die Veredelung von klassischem Street Food mit hochwertigen Zutaten und raffinierten Techniken. Drittens «Borderless Cuisine», die Verschmelzung verschiedener kulinarischer Traditionen. Und viertens «Diner Designed»: Gäste suchen nach multisensorischen Erlebnissen, die über das reine Essen hinausgehen. Diese Trends sind kein kurzfristiger Hype, sondern spiegeln einen tiefgreifenden Wandel im Essverhalten wider.
Die globalen Trends kommen auch bei uns an, aber mit schweizerischer Handschrift. «Culinary Roots» trifft auf besonders frucht-baren Boden – die Schweizer Küche hat einen riesigen Schatz an regionalen Traditionen, die von der jüngeren Kochgeneration wiederentdeckt werden. Genau diesen Puls greifen wir mit unserem Food-Magazin «Moderne Schweizer Küche» auf: Viermal jährlich zeigen wir, wie Tradition mit modernen Techniken, saisonalen Zutaten und internationalen Einflüssen verbunden werden kann.
Momentan ist es der Essig, da ich gerade viele Lebensmittel einlege. Das ändert sich jedoch immer wieder, je nachdem, welchen Trend ich gerade teste oder was Saison hat. Ich probiere gerne neue Möglichkeiten aus, Aromen weiterzuentwickeln und Lebensmittel neu zu entdecken.
Am liebsten direkt vor Ort – und das ist auch der Plan. Als Sponsor und Partner ist uns wichtig, das Team während des Wettkampfs zu unterstützen und die Atmosphäre hautnah zu erleben. Ich bin überzeugt: Die Schweiz wird auch 2026 eine hervorragende Leistung bringen.
(Angela Hüppi)