SHL-Studenten auf geheimer Mission

Win-win-Situation: Die Studenten checken Hotels, beide Parteien profitieren. Einblick in den Check des 25hours-Hotels in Zürich.

  • SHL-Absolventin Edite Cuniberti: «Die verantwortliche Person vom Service gratulierte mir persönlich. Sehr aufmerksam!» (ZVG)
  • Edite Cuniberti füllt den Hotel-Fragebogen aus. (ZVG)

Für eine Nacht ins Vier- oder Fünfsternehotel einchecken, sich verwöhnen lassen und dann kritisieren – und all das gratis. Es ist eine von vielen tollen Möglichkeiten, die sich den Absolventen der Schweizerischen Hotelfachschule Luzern SHL während des Studiums bieten: der Mystery Check.

Eine Win-win-Situation für zwei Parteien: Die Hotels können ihre Betriebe nach individualisierter Checkliste kostenlos testen lassen und erhalten Feedback von fachkundigen Gästen. Die Studenten des dritten Semesters, in dem Empfang und Administration im Fokus stehen, geniessen ein schönes Erlebnis und nehmen viele interessante Erfahrungen für die eigene Karriere mit.

Wer das grosse Los zog, durfte im luxuriösen «Dolder Grand»,  «Widder», «Atlantis by Giardino» oder «Baur au Lac» nächtigen. Doch mindestens ebenso spannend und lehrreich dürften die Aufenthalte in einem der Viersternebetriebe gewesen sein.

So checkte SHL-Studentin Edite Cuniberti mit ihrer Kollegin ins «25hours» in Zürich-West ein, um als verdeckte Testerin zu agieren und sich erst beim Check-out zu erkennen zu geben, da die Abrechnung entfällt. Das Hotel entstammt der gleichnamigen Hamburger Hotelkette, die auf «Individualität in Serie» setzt: Farbenvielfalt, lokale Authentizität und wohnliche Atmosphäre.

Harziger Start, ehe die positiven Überraschungen folgten

Edite Cuniberti erzählt: «Ich wusste nicht genau, wo die Réception ist. Der Check-in war nicht super, ich fühlte mich erst nicht so willkommen. Es ging mir etwas zu schnell.» Der harzige Start bleibt bis zuletzt praktisch der einzige negative Punkt des Aufenthalts. «Das Zimmer war super, das Bett unglaublich bequem. Das Hotel-Design ist speziell, mir gefällt es sehr. Die Mitarbeiter sind jung und freundlich.»

Um das Hotel zu testen, verlangt sie bereits bei der telefonischen Reservation zwei Kissen pro Bett im Zimmer – das klappt. Auch gibt Cuniberti vor, bei Aufenthalt ihren Geburtstag zu feiern. «Dafür gab es eine handgeschriebene Karte. Uns wurden Prosecco und Kuchen offeriert und die verantwortliche Person vom Service gratulierte mir persönlich. Sehr aufmerksam!»

Die Tessiner Studentin, die eines Tages als Hoteldirektorin in einem klassischen Luxushotel arbeiten möchte, lernte durch den Mystery Check viel Neues: «Für meine Zukunft nehme ich von dieser Erfahrung das mit, was gut lief, und das, was falsch lief.»

Positive Rückmeldungen von den Hotelbetrieben

Davon ist auch «25hours»-Betriebsleiter Urs Birbaumer, der gleichzeitig an der SHL das Fach Front Office unterrichtet, überzeugt: «Durch das Projekt, das wir nun zum zweiten Mal durchführen, kann ich den Studenten die Hotelerfahrung aus Sicht eines Gastes aufzeigen und so die Wichtigkeit der Arbeit eines Front-Office-Mitarbeiters in einem laufenden Betrieb näherbringen.» Gleichzeitig sei er von den zahlreichen positiven Rückmeldungen der Hoteldirektoren überrascht. Das Projekt lohne sich für die Hotels, viele lassen sich von der Idee begeistern.

Ärgerlich für Birbaumer ist, dass Cunibertis Kritik ausgerechnet das von ihm betreute Front Office betrifft. Doch er nimmt es sportlich: «Beim Check-in gab es Punkte, die wir nicht erfüllt haben. Diese gilt es anzuschauen und als Chance zur Verbesserung wahrzunehmen.» 

(Benny Epstein)


Mehr Informationen unter:

<link www.shl.ch>www.shl.ch</link&gt;


<link www.25hours-hotels.com/de/zurich-west/home/home.html&gt;https://www.25hours-hotels.com/de/zurich-west/home/home.html</link>