Klassiker stehen im Fokus des diesjährigen Kochwettbewerbs des skv. Ehemalige Gewinner sagen, warum man sich unbedingt anmelden sollte.
Wir schreiben das Jahr 1920. Am 15. April trifft sich in Bern eine Gruppe von Köchen aus der Romandie und der Deutschschweiz. Sie sind Mitglieder der damaligen «Union Helvetia» und streben einen Zweigverein innerhalb ihres Branchenverbands an. Wenige Wochen später, am 6. Mai 1920, ist es so weit: Das Zentralko- mitee lässt in der Wochenzeitung «Union Helvetia» die Gründung des Schweizerischen Koch-Verbands S.K.V. verkünden.
Das Ereignis vor 100 Jahren will der Kochverband nun noch einmal aufleben lassen. So ist der Swiss Culinary Cup 2020 als eine kulinarische Huldigung an das Jahr 1920 ausgeschrieben worden. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts kreierten Köche Gerichte, die Klassiker geworden sind. Solche sind am SCC 2020 zum Thema «Zukunft dank Tradition» gefragt. Wer am Wettbewerb teilnehmen möchte, sollte zwei Gerichte kreieren, die sich an den Zutaten folgender Speisen orientieren: Für den Hauptgang entweder Komponenten aus Lammrücken «Richelieu» oder aus Kalbsschulter «à la financière». Für das Dessert sind Zutaten aus «Pêche Melba» oder «Poire belle Hélène» vorgegeben. Genaue Rezepturen und Kalkulationen für die beiden Gerichte werden nicht verlangt. Es geht um die freie Interpretation der Klassiker und deren Beschreibung und Darstellung mit Fotos.
«Der SKV wartet immer mit spannenden Themen auf», sagt Ale Mordasini, Ex-Nationalmannschaftskoch und ehemaliger SCC-Gewinner. «Diesmal muss man keine Gerichte komplett neu erfinden. Das sollte viele, vor allem die Jungen anspornen mitzumachen», so Ale Mordasini, der den Wettbewerb 2011 für sich entscheiden konnte.
Ein Jahr zuvor holte sich Thomas Bissegger den Cup, damals bereits zum zweiten Mal. Wie Ale Mordasini kann er den Wettbewerb Berufskollegen nur empfehlen. Jenen, die sich der Herausforderung SCC 2020 stellen wollen, gibt er mit auf den Weg: «Egal, was du tust, mache es mit Leidenschaft, Passion und Ehrgeiz. Und gib im Final 200 Prozent!»
Corinne Roth war 2013 die erste Frau, die in der bald dreissigjährigen SCC-Geschichte den Sieg erringen konnte. «Ich kann diesen Wettbewerb jedem ans Herz legen», sagt sie. «Man lernt beim Wettkochen, ruhig zu bleiben, den Fokus zu halten und das vorher Trainierte abzuliefern.» Überhaupt sei der SCC eine geniale Plattform und ein super Sprungbrett, so Corinne Roth.
Das zeigt auch das Beispiel von Stefanie Siegenthaler. 2016 gewann sie den SCC und wurde daraufhin Mitglied der Schweizer Kochnationalmannschaft. Sie sagt: «Kochwettbewerbe sind die Gelegenheit, sich als talentierter Koch oder talentierte Köchin der Gastroszene vorzustellen.
Wer die Chance packen will, sollte sich sofort anmelden. Im August gibt die Jury bereits bekannt, welche sechs Kandidaten zum Finalkochen eingeladen werden. Dieses findet am Mittwoch, 14. Oktober, in der Berufsfachschule BBB in Baden/AG, statt. Dem Sieger winken neben Ruhm und Ehre 4000 Franken, dem Zweitplatzierten 2000 Franken. Für den Drittplatzierten gibt es 1500 Franken. Die Wettbewerbsunterlagen können unter swissculinarycup.ch heruntergeladen werden.
(Jörg Ruppelt)
Aufgrund des Lockdowns hat der Schweizer Kochverband die Anmeldefrist für interessierte Köchinnen und Köche verlängert. Wer am Final des diesjährigen Swiss Culinary Cups dabei sein will, kann sich noch bis zum 16. Juni 2020 online bewerben. Alle Informationen und Unterlagen zum Wettbewerb gibt es auf: www.swissculinarycup.ch