Task-Force-Artikel rüttelt auf

Der Artikel «Chefs müssen flexibler sein», der in der HGZ Nr. 30 erschienen ist, hat grosses Echo ausgelöst und neue Inputs gebracht.

Digitale Prognosetools helfen wetterabhängigen Betrieben, die Arbeitseinsätze ihrer Mitarbeitenden längerfristig und verbindlich zu planen. (Keystone)

Die Hotel & Gastro Union hat eine Task Force ins Leben gerufen. Die HGZ berichtete über deren erstes Meeting, an dem neue Arbeitsmodelle und Umsetzungsmöglichkeiten des L-GAV-Arbeitszeitmodells diskutiert wurden.

Kaum lag die Zeitung in den Briefkästen, meldete sich der Unternehmer Marcel Wissmann aus Wabern/BE: «Mit diesem Artikel sprechen Sie mir aus dem Herzen. Die Zeit für neue Arbeitsmodelle ist überreif. Viele Betriebe vergessen, dass unsere Mitarbeitenden unsere internen Kunden sind.» 

Zimmerstunde sinnvoll nutzen

Diese Kunden haben Bedürfnisse. Zum Beispiel möchten viele Angestellte lieber durcharbeiten, als Zimmerstunde zu haben. Besonders, wenn ihr Arbeitsweg zu weit ist, um nach Hause zu gehen und sie die Zeit irgendwie am Arbeitsort überbrücken müssen. «Zimmerstunden lassen sich oft nicht vermeiden. Wir möchten den Mitarbeitenden aber eine Möglichkeit geben, diese sinnvoll zu nutzen», sagt Urs Pfäffli, Präsident der Vereinigung Gastro Zürich City. Der Verband wird deshalb ab Frühling 2020 über eine App ein breites Angebot an Workshops anbieten, die während der Zimmerstunde besucht werden können. 

Ein noch grösseres Bedürfnis der Mitarbeitenden ist die frühzeitige und verlässliche Bekanntgabe der Arbeitseinsätze. Doch gerade daran fehlt es sehr oft. 

Gästeaufkommen berechnen

Dass wetterabhängige Betriebe wie Ausflugsrestaurants es beim Einschätzen des Gästeaufkommens und damit der Planung der Mitarbeitereinsätze nicht einfach haben, ist klar. Doch auch für sie ist eine längerfristige Planung möglich. Philippe Giesser, Task-Force-Mitglied und Gründer «Sinnvoll Gastro», Luzern, weiss wie das geht. «Seit diesem Sommer arbeiten wir mit dem Prognose-Tool ‹Prognolite›. Das System sagt uns lange im Voraus, wie viele Gäste wir an einem bestimmten Tag zu erwarten haben und wie viele Schnitzel sie bestellen. Dies mit einer Trefferquote von 93 bis 97 Prozent.» Diesen Prognosen entsprechend werden die Arbeitspläne für die kommenden zwei Wochen erstellt. Giesser gesteht: «Wir möchten nicht mehr ohne dieses Tool arbeiten.»

(Riccarda Frei)