Mit der geschützten Ursprungsbezeichnung hat Österreich die Qualität von Sekt neu definiert.
Prosit Neujahr! Alles Gute zum Geburtstag. Viel Glück zum beruflichen Erfolg. Wer etwas zu feiern hat, stösst darauf gerne mit einem Gläschen Schaumwein an. Hierzulande wird dafür meist zum günstigen Prosecco gegriffen. Wenn es etwas exklusiver sein darf, kommt Champagner zum Zug. Trotz steigender Nachfrage sind alle übrigen «Schäumer» auf Schweizer Weinkarten kaum vertreten. Schade eigentlich, denn Schweizer Mousseux, Crémants, Cavas, Méthode traditionnelle oder Sekt bieten ein ausgesprochen attraktives Preis-Genuss-Verhältnis. Diesbezüglich hat sich in unserem östlichen Nachbarland einiges getan.
Österreich hat 2016, basierend auf einer 175-jährigen Schaumweintradition, eine neue Spitzenkategorie gesetzlich definiert: österreichischer Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung, Sekt g. U. in der Kurzform. Drei Qualitätsstufen umfasst diese Kategorie: Klassik, Reserve und Grosse Reserve. Letztere kommt nach 30 Monaten auf der Hefe rechtzeitig für die Festtage erstmals mit Gütesiegel auf den Markt.
Zum Aperitif oder als Auftakt zu einem Gala-Menü empfiehlt sich Sekt g. U. Klassik. Duftig, leichtfüssig und mit maximal 12,5 Volumenprozenten Alkohol gibt dieser die Primäraromen der ihm zugrunde liegenden Rebsorten, 40 sind erlaubt, wieder. Sekt g. U. Reserve besticht durch elegante Säurestruktur, oftmals Brioche-Aromen und einen finessenreichen, langen Abgang. Sekt g. U. Grosse Reserve bietet als Gemeinde- oder Einzellagenwein viel Struktur und Komplexität.
Sekt g. U. Klassik harmoniert mit dezent geräucherten Süsswasserfischen wie Forelle und Saibling oder pikantem Fingerfood. Reserve und Grosse Reserve sind Begleiter von hellem Fleisch, Geflügel und würzigen Gemüse-, Reis- oder Pastagerichten. Doch Vorsicht: Die Kohlensäure verstärkt die Aromen. Zu Extra-brut- und Brut-nature-Sekt schaffen Speisen mit cremigerem Mundgefühl einen Ausgleich.
Doch wie kommen die Perlen in den Wein? In einem geschlossenen Behälter kann die bei der Gärung entstehende Kohlensäure nicht entweichen und bleibt als Perlen im Wein erhalten. Für Sekt g. U. Klassik kann der Wein im Drucktank vergären. Bei Sekt g. U. Reserve und Grosse Reserve ist die Flaschengärung zwingend vorgeschrieben. Je länger der Wein anschliessend auf der Feinhefe reift, desto besser bindet sich die Kohlensäure und umso feiner werden die Perlen.
(Gabriel Tinguely)
Restzuckergehalt in Gramm pro Liter und dessen Bezeichnung
0–3 brut nature, brut zero
0–6 extra brut, extra herb
0–12 brut, herb12–17 extra trocken, extra dry oder très sec
17–32 trocken, secco, dry, sec
32–50 halbtrocken, demi-sec oder medium-dry
> 50 doux, mild, sweet, dolce