Schweizer Bier: von traditioneller Einheit zu innovativer Vielfalt

Am letzten Freitag im April stand die Schweiz ganz im Zeichen des Bieres. Nur wenige Tage zuvor wurden die besten Biere des Landes ausgezeichnet.

Auch wenn «Lager hell» das am häufigsten bestellte Bier ist, haben die Schweizer Brauer viel mehr zu bieten. (ZVG)

Es gab nicht nur einen Sieger. Für die fünfte Ausgabe des Swiss Beer Awards verkosteten 100 Biersommeliers und Biersensorikerinnen 531 Biere von 87 Brauereien. Mitte April konnte der Schweizer Brauerei-Verband 165 Biere in 43 Kategorien auszeichnen. In der Königsklasse Lager hell, mit einem Anteil von 69,14 Prozent am gesamten Bierkonsum, gingen die Podestplätze an eher grössere Brauereien. So belegte die Brauerei Schützengarten in St. Gallen mit ihrem «Löwengarten Helles Lager» den ersten Platz. Auf Rang zwei folgte die Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden/AG mit «Feldschlösschen Original». «St. Gotthard Lager Bier» von Aldi Suisse in Jonschwil/SG erreichte Rang drei. Auch bei alkoholfreien Bieren standen grosse Brauereien an der Spitze.

Vielfältig war die Konkurrenz bei den Bierspezialitäten, die rund 17,5 Prozent der Schweizer Bierproduktion ausmachen. Dabei zeugen IPA, Amber, Schwarzbier, Stout, Dubbel, Tripel oder Sauerbier und Witbier mit Koriander und Orangenschalen von einer spannenden Schweizer Bierkultur. Alle Ergebnisse, inklusive der Geschmacksprofile, gibt es auf swissbeeraward.ch.

Schweizer Bier bleibt lebendig

Die Schweizer Braubranche zeigt sich auch 2026 dynamisch und kreativ. Neue Bierstile, alkoholfreie Alternativen und überraschende Spezialitäten beweisen, dass Tradition und Innovation bestens zusammenpassen. Dies nicht nur am Tag des Schweizer Bieres, der jeweils am letzten Freitag im April gefeiert wird.

Jede der 1222 Schweizer Brauereien hat ihr eigenes Profil. Immer mehr bieten auch alkoholfreie Varianten von Spezialitäten an, deren Marktanteil stetig wächst. Nach wie vor gefragt sind Craft-Biere. Doch genau in diesem Segment tut sich die Gastronomie schwer. Abgesehen von spezialisierten Lokalen wird kaum Bierkultur zelebriert. Das liegt mitunter an mangelnder Nachfrage. Zwei Drittel der Gäste bestellen am liebsten eine Stange Lager hell. Vielleicht liegt es auch daran, dass spezielle Biere zu wenig aktiv empfohlen werden.

(gab)


1222 aktive Brauereien

Über 90 Prozent davon sind unabhängig. 75 Prozent aller Brauereien sind Mikrobrauereien, die vier Prozent der Schweizer Biere brauen.

3,63 Millionen Hektoliter

So viel Bier wurde im Jahr 2025 von Schweizer Brauereien produziert. 31 Prozent serviert die Gastronomie, 69 Prozent verkauft der Detailhandel.

50 Liter pro Kopf und Jahr

Schweizerinnen und Schweizer trinken am liebsten Lager hell (69,14 %). Dann folgen Zwickelbiere (8,96 %), alkoholfreie Biere (7,74 %) und Spezial hell (5,64 %). Alle anderen Bierstile wie Weizen, Amber oder IPA teilen sich die restlichen 8,52 Prozent.

Arbeitsplätze

Schweizer Brauereien beschäftigen 3000 Mitarbeitende. 50 000 Arbeitsplätze stehen in Verbindung mit der Braubranche.