«Wie geht es dir»: ein Tag im Zeichen der mentalen Gesundheit

Das erste Luzerner Lernendenforum war ein voller Erfolg. Rund 200 Teilnehmende erfuhren, wie wichtig mentale Gesundheit ist.

Breakdance braucht Taktgefühl und eine gute Körperwahrnehmung. (Ernst Kehrli)

Sich selbst, seinen Körper und seine Bedürfnisse wahrnehmen. Merken, wann es zu viel wird, es ansprechen und Hilfe suchen. Die Teilnehmenden des Lernendenforums vom 14. September konnten viele konkrete Hilfestellungen, Techniken und Informationen rund um das Thema mentale Gesundheit mit nach Hause nehmen.

Der Andrang auf die Veranstaltung in der Luzerner Thermoplan-Arena war sehr gross. Der kantonale Regierungsratspräsident Armin Hartmann konnte in seiner Eröffnungsansprache rund 200 Lernende aus dem Gastgewerbe begrüssen. «Resilienz und psychische Gesundheit sind keine Nebensache», sagte er. «Ihr seid die nächste Generation dieser Branche. Ihr dürft Dinge anders machen als vorherige Generationen und mehr auf euch selbst achten.» Wie das geht, lernten die Teilnehmenden anschliessend in vier Workshops. Für die Körperwahrnehmung, Flexibilität und Balance ging es in einen Breakdance-Workshop mit dem Team von Gorilla. Das mehrfach ausgezeichnete Programm für Gesundheitsförderung vermittelt Freude an Bewegung, gesunder Ernährung und einem nachhaltigen Lebensstil. Gemeinsam mit den Coaches übten die Lernenden eine kurze Choreografie ein.

Probleme ansprechen

Dass Bewegung, Erholung und Ernährung für die psychische Gesundheit einen grossen Stellenwert haben, erklärte auch Annette Hitz, Programmleiterin psychische Gesundheit der Dienststelle Gesundheit und Sport des Kantons Luzern. Hitz betonte in ihrem Workshop, dass jeder für sich herausfinden muss, was ihm guttut. «Schaut, was für euch passt. Sei es Joggen, Spazieren oder Meditieren.» Aber auch das soziale Umfeld spiele eine grosse Rolle. Beziehungen zu pflegen sei wichtig: «Im Alltag verstellen wir uns oft. Mit Freunden können wir so sein, wie wir sind.»

Annette Hitz gab auch Tipps, wie man Probleme im Betrieb anspricht. Zuerst sei die richtige Ansprechperson wichtig. Das könne die Chefin sein, der Berufsbildner oder jemand aus der Personalabteilung. «Macht euch vorher Notizen und schaut, dass ihr das Gespräch mit klaren Erwartungen, wie es weitergeht, beendet.»

Was man tun kann, wenn es schwierig wird, war auch im Workshop von Julia Friedli, Präventionsspezialistin bei der Suva, ein Thema. Sie klärte auf, was überhaupt passiert, wenn jemand eine psychische Krankheit hat. «Psychische Gesundheit ist nicht schwarz oder weiss», sagte sie. «Auch jemand, der unter einer psychischen Krankheit leidet, hat Tage, an denen er sich gut fühlt.» Bei einer psychischen Erkrankung veränderten sich Gedanken, Gefühle und Verhalten. Sie habe einen Einfluss darauf, wie man den Alltag bewältigt und Beziehungen führt und das über längere Zeit hinweg.

Wie sich das anfühlt, berichtete Linda Meier. Sie engagiert sich für das Projekt Zeta Movement, das Aufklärungsarbeit über psychische Erkrankungen leistet. Botschafterinnen und Botschafter sind Betroffene. Linda Meier litt einst an Magersucht. «Ich hatte lange keine Einsicht, dass ich krank war», erzählt sie. Heute ist es ihr wichtig, offen darüber zu reden, um junge Menschen zu motivieren, es ihr gleich zu tun und Hilfe zu suchen: «Psychische Schwierigkeiten sind nichts, wofür man sich schämen muss.»

Im vierten Workshop mit Mentalcoach Andreas Fleischlin ging es darum, sich selbst sowie seine Werte und Prioritäten besser kennenzulernen. Der Coach betonte die Wichtigkeit, sich stärker auf sich selbst zu fokussieren und zu fragen: «Wie geht es mir? Wer bin ich, wenn ich ganz ich selbst bin?» Wer das tue und sich über seine Prioritäten im Kla-ren sei, lasse sich weniger von aussen beeinflussen. «Negative Energie überträgt sich. Wer bei sich selbst ist, lässt diese nicht an sich heran.»

(Alice Guldimann)


Lernendenforum

Das Forum in Luzern fand am 14. September erstmals statt. Es wurde organisiert von der Stiftung G’Art, der Hotel & Gastro Union sowie von Gastro Luzern.

gart.ch
hotelgastrounion.ch