Nachdem Schweiz Tourismus positive Hotellogiernächteahlen für das Jahr 2025 publiziert hat, prognostizieren mehrere Destinationen Anstiege bei den Hotelübernachtungen.

Die Schweiz bleibt ein attraktives Reiseziel: baden im Arvenseeli Sunnbüel bei Kandersteg/BE. (Bild Schweiz Tourismus / André Meier)
Die Zahl der Hotellogiernächte in unserem Land hat sich im vergangenen Jahr abermals positiv entwickelt, wie neuste Zahlen des Bundesamts für Statistik (BfS) belegen. Nach Schweiz Tourismus blicken auch Graubünden, Zürich und das Tessin optimistisch in die Zukunft.
Auch für das laufende Jahr sowie für 2027 sind die Aussichten positiv. Laut einer im Oktober 2025 veröffentlichten Studie von BAK Economics wird das Tessin trotz anhaltender internationaler Instabilität weiterhin eine gefragte Destination bleiben. Die Studie prognostiziert für das Tessin einen Anstieg der Hotelübernachtungen um 2,3 Prozent im Jahr 2026 und um 4,3 Prozent im Jahr 2027.
Nach dem offiziellen Start im Oktober kann Ticino 365 eine erste positive Bilanz ziehen. Die Strategie wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Zeit zwischen November und Februar gezielt zu stärken und sie schrittweise zu einer attraktiveren Saison zu machen.

Die von Mario Botta gebaute Chiesa di Santa Maria degli Angeli auf dem Monte Tamaro ist ein Touristenmagnet. (Bild ZVG)
Die ersten Monate zeigen ermutigende Ergebnisse: Erfolgreiche Veranstaltungen wie das «Winterland» in Locarno haben das Potenzial der Weihnachtszeit unter Beweis gestellt, ergänzt durch neue Winteröffnungen am Wochenende – wie auf dem Monte Tamaro – oder zu Ferienzeiten und an einigen Wochenende die Brissago-Inseln sowie die wichtigsten Skilifte.
Nun wird in Zusammenarbeit mit den RTO ein Aktionsplan ausgearbeitet, um weitere Vorschläge umzusetzen, die in den Anfangsphasen der Strategie entstanden sind. Ziel ist es auch, die Partner in der Region stärker zu sensibilisieren und einzubeziehen.
Die touristische Marketingorganisation fördert die Gästenachfrage für ein qualitatives Wachstum. Dies 2025 unter anderem mit neun Marketingkampagnen in Zusammenarbeit mit 35 Allianzpartnern. Von besonderer Bedeutung ist die gemeinsame Fernmärkte-Initiative mit Hotellerie Suisse Graubünden. Das Tourismusjahr 2025 belegt einmal mehr, dass die Fernmärkte gegenwärtig Wachstumstreiber im Tourismus sind. Ungebrochen ist die hohe Nachfrage aus den USA mit einem Plus von 17,1 Prozent gegenüber Vorjahr. Auch die UK (+ 11,7 %), Brasilien (+ 20,5 %), die Vereinigten Arabischen Emirate (+ 16,6 %), China (+ 5,1 %), Japan (+ 29,3 %) und Indien (+ 30,9 %) legen weiter zu.
Den grössten Anteil in Graubünden machen weiterhin die inländischen Gäste aus. 2025 sorgten sie für 3,57 Millionen Übernachtungen in der Bündner Hotellerie (+ 1,5 %). Somit stammen 63 Prozent aller Bündner Gäste aus dem Inland. Laut dem Tourismusmonitor Schweiz ist hierbei Zürich absoluter Spitzenreiter (20 % Gesamtanteil). «Graubünden und Zürich pflegen traditionell tiefe und feste Beziehungen. Wir freuen uns, dass wir als Gastkanton am Zürcher Sechseläuten im April 2026 dies einmal mehr gemeinsam feiern dürfen», so Martin Vincenz, CEO von Graubünden Ferien.

Hotel Schatzalp: Davos feierte 2025 das Jubiläum «150 Jahre Thomas Mann» mit dem Schauplatz Schatzalp. (Bild Schweiz Tourismus / André Meier)
Die bisherigen Zahlen aus der Wintersaison 2025/2026 sowie die Prognosen für das laufende Jahr sind ebenso positiv. So ist mit einem weiteren leichten Wachstum zu rechnen. Für die nähere und auch mittelfristige Zukunft ist von einer stetig steigenden weltweiten Reiselust auszugehen, was dem Bündner Tourismus zugutekommen wird. Unsicher bleiben indes globale, vor allem wirtschaftspolitische Entwicklungen, die jederzeit starken und direkten Einfluss auf die Reisebranche haben können.
Im langjährigen Vergleich zeigt sich, dass die Logiernächte in Zürich insbesondere im Freizeittourismus gewachsen sind. Geschäftsreisen sowie Kongress- und Tagungsbesuche MICE entwickelten sich auf stabilem Niveau. Für Zürich Tourismus bleibt das Kongress- und Tagungsgeschäft weiterhin ein strategischer Schwerpunkt. «Der Business-Gast erzielt eine höhere Wertschöpfung, stärkt dank internationaler Vernetzung die Sichtbarkeit Zürichs und positioniert die Stadt als Wissens- und Wirtschaftsstandort», betont Thomas Wüthrich, Direktor von Zürich Tourismus. «Um dieses Segment weiterzuentwickeln, braucht es eine wettbewerbsfähige Infrastruktur, starke Partnerschaften und eine klare internationale Positionierung.»

Wachstum mit Wirkung in der Stadt Zürich: Fokus auf Aufenthaltsdauer, Saisonalität und Lebensqualität, wie auf der Terrasse der Fischerhütte. (Bild Schweiz Tourismus)
Für die Zukunft setzt Zürich Tourismus deshalb verstärkt auf Aufenthaltsqualität und gesellschaftliche Anschlussfähigkeit. Dabei steht nicht reines Mengenwachstum im Vordergrund, sondern eine ausgewogene und langfristig tragfähige Entwicklung. Ziel ist, die Aufenthaltsdauer zu erhöhen, saisonale Schwankungen zu glätten, die Wertschöpfung pro Gast zu steigern und die Balance zwischen touristischer Entwicklung und Lebensqualität zu sichern.
Dabei steht auch die Perspektive der lokalen Bevölkerung im Fokus: Touristische Angebote sollen so gestaltet werden, dass sie Einheimischen ebenso zugutekommen wie Gästen. «Nur was gut ist für die Bevölkerung, ist auch gut für die Gäste», ist Thomas Wüthrich überzeugt. «Langfristige Attraktivität entsteht dort, wo Tourismus die Lebensqualität stärkt.»
(mm/gab)