Kein Ende des Verkaufsverbots für Hecht aus dem Zugersee

Seit Ende 2025 gilt ein Verkaufsverbot für Hecht und Egli aus dem Zugersee. Eine Aufhebung ist nicht in Sicht. Was machen Fischer und Gastronomen?

Ein Notkredit soll Berufsfischer Daniel Schwendeler unterstützen. (Keystone-SDA)

Alles begann vor zwei Jahren mit einer Routinekontrolle. Um die Situation mit den sogenannten Ewigkeitschemikalien PFAS in den Gewässern festzustellen, beauftragte der Kanton Zug eine Arbeitsgruppe mit einer Analyse. Dabei wurden Stichproben bei Fischen aus dem Ägerisee und dem Zugersee genommen. Mit einem negativen Ergebnis: Die Proben bei Hecht und Egli aus dem Zugersee lagen deutlich über den festgelegten Höchstgehalten von PFAS. Weitere Untersuchungen wurden angeordnet.

Weil die Proben in den folgenden Monaten weiterhin die Grenzwerte übertrafen, schritt der Kanton Zug knapp ein Jahr später zur Tat und verhängte ein Verkaufsverbot für Hecht und Egli aus dem Zugersee. Für Berufsfischer wie Daniel Schwendeler aus Arth/ZG und Theo Zimmermann aus Walchwil/ ZG war es ein harter Schlag.

Hecht und Egli gehörten bis anhin neben Felchen und dem Seesaibling (Rötel) zu ihren wichtigsten Fangfischen. Sie sahen sich in ihrer Existenz bedroht. Der Zuger Regierungsrat versprach eine finanzielle Unterstützung, die drei Monate nach der Hiobsbotschaft bis Ende dieses Jahres gewährt wird. Der Notkredit beträgt rund 105 000 Franken. Damit werden PFAS-belastete Fische fachgerecht entsorgt, eine Ökosystemstudie finanziert und die Berufsfischerei unterstützt.


«Ich bin solidarisch und kaufe weiter Zugersee-Felchen und -Rötel.»

Noémie Bernard, «STERNEN», Walchwil/ZG


Für Berufsfischer Theo Zimmermann sind Hecht und Egli erst einmal Geschichte. Ohnehin sei jetzt Felchensaison. Auch die Rötelbeifänge werden verkauft. Gastronomen rund um den Zugersee halten bei Felchen, Rötel und Seeforelle den Berufsfischern die Treue. «Bei Egli habe ich eine Lieferanten-Alternative gefunden», sagt Dennis Uddin vom Hafenrestaurant Zug kurz und bündig. Dominic Bürli vom Gasthaus Wilden-mann in Buonas/ZG verrät, dass er Hecht nun aus dem Bodensee und Egli von einem Zuchtbetrieb in Raron im Wallis bezieht. Noémie Bernard vom «Sternen» in Walchwil hat Egli und Hecht komplett von der Speisekarte gestrichen und setzt dafür verstärkt auf Forelle und Seeforelle von Züchtern aus Sattel/SZ und aus Ried im Muotathal/SZ. Zudem kommt bei ihr nun vermehrt Meeresfisch in die Küche. Mit den nahen Zuger Berufsfischern zeigt sie sich solidarisch und kauft von ihnen weiterhin Felchen und ab November die lokale Seesaibling-Delikatesse Rötel.

(Jörg Ruppelt)

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