Klassenzimmer auf dem Tablet

Mit der Digitalisierung wandeln sich auch die Unterrichtsformen. Das bedeutet für die Lehrpersonen: zuhören und Abwechslung bieten.

Handys und Tablets werden in den meisten Klassenzimmern mittlerweile bewusst in den Unterricht eingebunden. (Keystone)

«Wer wissen möchte, wie die Schülerinnen und Schüler von heute zu erreichen sind, muss wissen, wie sie ticken», sagt Martin Imhof von der Personal- und Organisationsentwicklung Bipol Bildung Partner zu Beginn seines Impulsreferats. Das Impulsreferat zum Thema «Die Lehrperson im Wandel» bildet den Auftakt zum Workshop vom Wigl-Verlag .

Im Klassenzimmer der allgemeinen Berufsschule Zürich sitzen an die vierzig Fachlehrpersonen, die Martin Imhof gespannt zuhören. Er erläutert, was die Generation Z, also Kinder und Jugendliche, die nach 1995 geboren wurden, ausmacht: «Die Generation Z bevorzugt eine Multitasking-Karriere, bei der sie sich nicht zu 100 Prozent einem einzigen Arbeitgeber verpflichtet.» Die Zeit sei schnelllebig und die besagte Generation habe aufgrund der unzähligen Möglichkeiten Mühe, sich zu entscheiden. Daher kommt auch ihre Unverbindlichkeit: Sobald sich ein besseres Angebot bietet, wird es angenommen. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Schnelllebigkeit hat die Geborgenheit der Familie bei der Generation Z einen hohen Stellenwert. Und: Sie möchte ernst genommen werden. Für die Lehrpersonen bedeutet dies laut Imhof: zuhören und beteiligen. 

In den Unterricht einbinden

Lehrpersonen sollen den Lernenden nicht wie Schülern, sondern wie jungen Erwachsenen begegnen. «Die Lehrpersonen sollen sich nicht als Wissensvermittler verstehen, sondern als Methoden- Profis» betont Martin Imhof. 

Dadurch, dass Laptop und Handy immer dabei sind, hat man zugleich das Lehrmittel immer dabei.»
 

Wichtig sei zudem ein angenehmes Lernklima, in dem selbstverantwortliches Lernen möglich sei. Ob der Unterricht digital oder analog gestaltet wird, sei letztlich zweitrangig. Hierbei gibt es auch bei den Lehrpersonen keine klare Linie. Die einen lassen die Nutzung des Smartphones und Tablets nur bei wenigen, bestimmten Aufgaben zu. Andere wiederum nutzen diese sehr gezielt im Unterricht wie zum Beispiel Hans Amberg, Fachlehrperson Kochen. Er hat einen WhatsApp-Chat mit allen Lernenden und erlaubt das Smartphone selbst bei Prüfungen. «An der Wischbewegung der Schüler erkenne ich schon von Weitem, ob ein Schüler den Rechner nutzt oder eine Nachricht schreibt», sagt er. Digitale Unterrichtsmaterialien, wie sie Wigl anbietet, nutzt er bisher noch nicht. Das sei für die EBA-Lernenden, die er unterrichtet, aufgrund der sprachlichen Barriere schwierig. Anders handhabt es Sara Grosjean, Fachlehrperson Rezeption. Sie baut ihren Unterricht  konsequent auf den Unterlagen von Wigl auf: «Doch genauso wichtig, wie die digitalen Unterlagen sind analoge Aufgaben. Wenn die Lernenden nur am Computer sitzen müssen, langweilen sie sich.»

(Désirée Klarer)


Wigl-Workshop

Der Wigl-Verlag bietet Fachlehrpersonen Workshops an, in denen auf die unzähligen Funktionen der digitalen Wigl-Lehrplattform samt 
Arbeitsblättern eingegangen wird. Die Arbeitsmaterialien von Wigl können dank dieser Plattform von Lehrern und Lernenden auf dem Laptop, dem Smartphone oder dem Tablet bearbeitet werden.