Ab August 2027 wird Davos zum neuen Ausbildungsstandort für die betrieblich organisierte Grundbildung der Hotel-Kommunikationsfachleute EFZ. Das Angebot stärkt die Berufsbildung, entlastet Saisonbetriebe und steht auch Lernenden aus anderen Kantonen offen.
Das Amt für Berufsbildung des Kantons Graubünden hat das Projekt von GastroGraubünden, HotellerieSuisse Graubünden und der Berufsfachschule Davos bewilligt. Lernende des Berufs Hotel-Kommunikationsfachfrau/-mann EFZ, die im August 2027 ihre betrieblich organisierte Grundbildung starten, werden künftig an der Berufsfachschule Davos im Blockschulmodell unterrichtet.
Damit erhält Graubünden ein neues, praxisnahes und branchengerechtes Bildungsangebot für einen wichtigen Beruf der Hotellerie und Gastronomie. Bisher besuchten Lernende aus Bündner Saisonbetrieben die Blockkurse im Schulhotel in Interlaken beziehungsweise Thun. Künftig können sie die Berufsfachschule sowie die überbetrieblichen Kurse in Davos absolvieren. Schule, üK und Praxis werden damit enger verbunden und besser auf die Bedürfnisse der Saisonbetriebe abgestimmt.
Die Bewilligung ist ein starkes Signal für die Berufsbildung im Kanton Graubünden. Der neue Standort Davos ermöglicht ein Ausbildungsmodell, das näher bei den Betrieben, der Praxis und den Lernenden ist.
«Mit der neuen Blockschule in Davos stärken wir die Hotellerie und Gastronomie, die Berufsbildung und den Ausbildungsstandort Graubünden. Für die Lernenden entsteht ein attraktives und modernes Lernumfeld. Für die Betriebe wird die Ausbildung besser planbar und praxisnäher», sagt Marc Tischhauser, Geschäftsführer von GastroGraubünden. Und ergänzt: «Wir sind dem Amt für Berufsbildung sehr dankbar für die unbürokratische Zusammenarbeit und die Unterstützung.»
Auch HotellerieSuisse Graubünden begrüsst den Entscheid. «Die Bündner Hotellerie ist stark saisonal geprägt. Genau deshalb braucht es Ausbildungsmodelle, die zur Realität der Betriebe passen. Die Blockschule in Davos ist ein wichtiger Schritt, damit mehr Betriebe Lernende ausbilden können und wollen», sagt Jürg Domenig, Geschäftsführer von HotellerieSuisse Graubünden.
Ein zentraler Vorteil des neuen Angebots liegt in der zeitlichen Organisation. Die Blockkurse werden so geplant, dass die Lernenden in den intensiven Saisonzeiten möglichst im Betrieb eingesetzt und praktisch ausgebildet werden können. Gleichzeitig erhalten sie während der Schulblöcke ein konzentriertes, handlungskompetenzorientiertes Lernumfeld.
Davon profitieren beide Seiten: Die Betriebe können ihre Ausbildung besser mit dem Saisonbetrieb verbinden. Die Lernenden erleben klare Ausbildungsphasen, kurze Wege und eine engere Verbindung zwischen Schule, üK und Betrieb.
Das neue Angebot steht nicht nur Lernenden aus Graubünden offen. Auch Lernende aus anderen Kantonen können die Blockschule in Davos besuchen. Damit kann Davos künftig eine überregionale Rolle in der Berufsbildung der Hotellerie und Gastronomie übernehmen.
Gerade für weitere Tourismusregionen mit saisonalen Betrieben ist das Modell attraktiv. Die Blockschule Davos bietet eine praxisnahe Lösung für Betriebe, die ihre Lernenden konzentriert und saisonverträglich beschulen lassen möchten.
Die Zahl der Lehrverträge im Bereich Hotel-Kommunikation zeigt in Graubünden eine positive Entwicklung. Zwischen 2022 und 2025 wurden jährlich zwischen 17 und 25 neue Lehrverträge abgeschlossen. Zudem verfügen 58 Betriebe im Kanton über eine entsprechende Bildungsbewilligung. Pro Lehrjahr wird mit 17 bis 25 Lernenden gerechnet.
Die neue Blockschule soll diese Entwicklung weiter stärken. Sie macht den Beruf sichtbarer, attraktiver und besser zugänglich – für Jugendliche, Betriebe und weitere Kantone.
Der Start der neuen Blockschule erfolgt mit Ausbildungsbeginn im August 2027. Für Lernende, die bereits 2026 gestartet sind, ändert sich nichts; sie beenden ihre Ausbildung in Thun. Das erste Semester in Davos ist gemäss Konzept ab Oktober 2027 vorgesehen.
(mm/ade)