Bio Vino, der Schweizer Bio- und Naturweinwettbewerb, würdigte am 18. Juni im Hotel National in Bern die Spitzenqualität, welche eine zunehmende Zahl Schweizer Bio-Winzerinnen und -Winzer keltert.
Für die diesjährige achte Austragung reichten 75 Winzerinnen und Winzer 309 Weine ein. «Diese entsprechen den Reglementen der Schweizer Bio-Verordnung, von Bio Suisse oder Demeter», erklärte Fabien Vallélian, Präsident Bio Vino. Elf Prozent der eingereichten Weine gehören der Kategorie «Naturwein» an. Die 47 Jurorinnen und Juroren vergaben 61 Gold- und 31 Silbermedaillen. Zudem konnten 14 Kategoriensieger und prämiert und drei Spezialpreise vergeben werden.
Als Patinnen des Wettbewerbs überreichten Chandra Kurt, unabhängige Journalistin, Autorin und Weinberaterin, und Nathalie Ravet, Sommelière und Jurymitglied bei Gault & Millau, die Auszeichnungen.
Die höchste Auszeichnung «Bester Schweizer BioVino 2026» ging an den Humagne 2024 von Daniel Magliocco & Fils aus Saint-Pierre-de-Clages/VS, der mit 92 von 100 Punkten auch die höchste Bewertung des Wettbewerbs erhielt. Die Jury lobte einen Wein, der aromatische Intensität, Frische und feine Tannine vereint und das Potenzial der im Wallis heimischen Rebsorte perfekt widerspiegelt. Diese Auszeichnung würdigt auch eine schöne Geschichte der Weitergabe innerhalb der Familie. Mikaël Magliocco, der in dritter Generation das Werk seines Grossvaters Silvio und seines Vaters Daniel fortsetzt. Heute kommt dieses von Generation zu Generation weitergegebene Wissen in authentischen Weinen zur Geltung, die tief in ihrem Terroir verwurzelt sind.
Die Weine von Mikaël Magliocco sind ein sicherer Wert. Mit seinem Gamay 2023 AOC Valais holte er sich am Grand Prix du Vin Suisse 2025 den Prix Bio für den höchstbewerteten Biowein.
Bei der Durchsicht der Preisträger fällt auf, dass es sich um eine Westschweizer Veranstaltung handeln könnte. Nicht, dass es in der Deutschschweiz keine hervorragenden Bioweine geben würde. Bleibt zu hoffen, dass sich Bio Vino in allen Landesteilen etablieren kann und in Zukunft vermehrt auch Deutschschweizer und Tessiner Winzerinnen und Winzer ihre Weine einreichen werden.
Das Walliser Weingut Daniel Magliocco & Fils wurde dank der bemerkenswerten Beständigkeit seiner Weine, insbesondere des Païen 2025 und des Humagne 2024, ebenfalls zur besten Schweizer Bio-Kellerei 2026 gekürt. Auf acht Hektar Rebfläche in Chamoson baut das Familienweingut 18 Rebsorten auf 32 Parzellen an, wobei es einen Terroir-orientierten Ansatz verfolgt und bei der Kelterung bewusst auf Eingriffe verzichtet.
Der Titel «Beste Schweizer Naturwein-Kellerei 2026» geht an das Weingut Domaine de Miolan in Choulex/GE unter der Leitung von Bertrand Favre. Das Weingut zeichnete sich durch seine Naturweine «Les Défis Scheurebe 2025» und «Les Griottes 2024» aus, die die zunehmende Qualität und Lebendigkeit der Schweizer Naturweine verdeutlichen.
(mm/gab)