Die Branche denkt die Zukunft gemeinsam weiter

Beim diesjährigen Hospitality Summit in Bern standen aktuelle Herausforderungen, neue Perspektiven und konkrete Lösungen für die Branche im Zentrum. Hier einige Auszüge aus dem umfangreichen Programm voller Inputs für den Betriebsalltag sowie Eindrücke vieler Aussteller, die vor Ort ihre Dienstleistungen und Produkte präsentiert haben.

  • Der Vortrag von Martin Schlegel stiess auf grosses Interesse. (Hotelleriesuisse)
  • Andreas Willi und Thomas Dietrich (Banholzer AG).
  • Jürg Burkhalter, Nicole Atkin und Laura Bertschinger (Coca-Cola HBC Schweiz AG).
  • Andreas Schmid und Vasko Ostojic (Electrolux Professional).
  • Flavio Egli und Thomas Dreier (Franke Kaffeemaschinen AG).
  • Rafael Cortada und Simon Krebs (Hero AG).
  • Matteo Robbi, Markus Schneeberger und Marco Mäder (Hilcona AG).
  • Manuel Alonso und Jennifer Widmer (Johnson Health Tech. Schweiz GmbH).
  • Conchita Segatori, Roman Gschwend, Corinne Hörnlimann und Sven Pachmayr (Miele AG).
  • Axel Robadey, Giuseppe Balduzzi, Victor Marcato, Nathalie Mettraux und Martin Thüring (Nespresso Professional).
  • Patrick Müller und Patrick Lerch (Rex-Royal AG).
  • Denis Suter und Angela Schumacher (Schnarwiler AG).
  • Patrik Märchy und Severin Burger (Brauerei Schützengarten AG).
  • Dominik Coste, Thomas Schär und Daniel Peck (Transgourmet Saviva).
  • Kurt Rueegg und Valentina Stipic (WMF Professional).
  • Philippe Scholl und Chris Lehmann (3. und 4. von links mit 2 Kunden, AVANTCHA Switzerland GmbH )
  • Patrick Schwärzler, Pamela Baur, Sabine Neuhaus, Joachim Kaiser und Elena Jehle (BAUR WohnFaszination GmbH)
  • Jeannine Müller und Christoph Bucher (Beck Konzept AG)
  • Laszlo Ceh und Cyril Salzmann (BWT Aqua AG)
  • Bernhard Rüegsegger, Gilles Zuber und Sven Machacka (Cash Hôtel)
  • Hans Ulrich Gerber und Martin Gerber (e-guma)
  • Valentin Krasniqi, Angelica Fitz und Laura Vinciguerra (EZY Hotel)
  • Richard Vogler, Michaela Wolf und Daniel Schulze (Gastfreund GmbH)
  • Cedric Polgar und Alexandra Burkart (Hilding Anders Switzerland AG)
  • Stefan Neff, Martin Saum und Mathieu Anfossi (Hunn Gartenmöbel)
  • Egzon Memeti, Jan Busch, Gianluca Cataldo und Ali Jerliu (IKEA AG)
  • Avi Pluznik (Lateltin)
  • Roger Schwander, Jérôme DuPasquier und Célien Zufferey (Schindler Aufzüge AG)
  • Marcel Kobald und Mark Bringold (Siemens Schweiz AG)
  • Markus Wittig (ganz rechts) und das Swisscom- und Gastfreund-Team (Swisscom (Schweiz) AG und Gastfreund GmbH)
  • Ulrike Hütter und Patrick Krey (WeWash)

Starker Franken relativiert sich

Erholt, aber nicht sorgenfrei: SNB-Präsident ordnet die Lage ein

Die Schweizer Hotellerie hat sich nach der Pandemie robust entwickelt. Gleichzeitig bleiben Wechselkurs, Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten zentrale Herausforderungen. Das hielt Martin Schlegel, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank SNB, in seiner Keynote fest. Der Auftrag der SNB ist klar: Sie soll Preisstabilität gewährleisten und dabei die konjunkturelle Entwicklung berücksichtigen. Schlegel betonte, dass die SNB weder einzelne Branchen noch Regionen fördert, sondern ihre Geldpolitik am Gesamtinteresse des Landes ausrichtet. Für die Hotellerie ist dieses stabile Fundament zentral. «Preisstabilität ist eine Voraussetzung für Wohlstand und Wachstum in einem Land», sagte Schlegel. Sie ermöglicht Planungssicherheit, erleichtert Investitionen und schafft Vertrauen. Mit Blick auf die Branche verwies Schlegel auf die gestiegenen Logiernächte, die besonders von Gästen aus den USA und dem Nahen Osten getragen wurden. Die jährlich rund 1000 Unternehmensgespräche der SNB, darunter auch mit Hotels, zeigen aber auch die Belastungen: Wechselkurs, steigende Betriebskosten und Unsicherheiten in wichtigen Herkunftsmärkten prägen die Einschätzungen der Unternehmen. Für die Schweiz rechnet die SNB kurzfristig mit einem BIP-Wachs-tum von einem Prozent, mittelfristig mit 1,5 Prozent.

Schweizer Preise als Vorteil

Ein zentrales Thema bleibt der starke Franken. Schlegel warnte davor, nur auf den nominalen Wechselkurs zu schauen. Zwar hat sich der Franken gegenüber dem Euro und Dollar aufgewertet. Gleichzeitig sind die Preise in der Schweiz weniger stark gestiegen als im Ausland. Seit 2020 beträgt die hiesige Teuerung rund sieben Prozent, in den USA und der Eurozone mehr als 25 Prozent. Das zeigte Schlegel am Beispiel der Hotelpreise. Während diese in den USA und der Eurozone stark gestiegen sind, haben Schweizer Hotels ihre Preise moderater erhöht. Für Gäste aus Europa ist eine Übernachtung in der Schweiz im Vergleich sogar günstiger geworden. Das Ziel der SNB bleibt die Preisstabilität. Für die Hotellerie bedeutet dies ein stabiles Umfeld, in welchem Betriebe planen und investieren können.

(Andrea Decker)


Effizienzsteigerung dank KI

KI räumt im Systemchaos auf

Künstliche Intelligenz ist in der Hotellerie ein operatives Werkzeug entlang der gesamten Guest Journey. Das erläuterte Benjamin Jost, CEO von Trustyou, im Podiumsgespräch. Im Zentrum steht nicht mehr nur die automatische Beantwortung von Bewertungen, sondern auch die Verknüpfung von Reputationsmanagement, Gästedaten und Kommunikation.


«Wir lassen massiv Geld liegen, wenn wir dem Gast nicht schnell antworten.»

Benjamin Jost, Trustyou


Gästeinfos, Buchungen, E-Mails, Bewertungen oder Präferenzen liegen oft über verschiedene Tools verteilt. Das verhindert eine personalisierte Betreuung. KI setzt dort an, wo Betriebe täglich Zeit und Umsatz verlieren: bei unbeantworteten oder verspätet beantworteten Anfragen, wiederkehrenden Standardfragen und fehlender Wiedererkennung von Stammgästen. Jost nannte ein Beispiel aus der Praxis: In vielen Hotels würden 30 bis 40 Prozent der E-Mails gar nicht oder erst nach Tagen beantwortet. Gleichzeitig haben sich die Erwartungen der Gäste verändert. Wer über Whats-App oder Chatbot kommuniziert, erwartet Antworten innert Sekunden oder Minuten.

Kombiniert ein KI-Agent Informationen aus Bewertungen, Gästekommunikation und Personendaten, kann er Anfragen kontextbezogen beantworten, Buchungsänderungen begleiten oder Zusatzangebote gezielt ausspielen. Auch Feedback wird verstärkt Teil der laufenden Konversation statt ein separater Fragebogen nach dem Aufenthalt. Für Hotels stellt sich damit weniger die Frage, ob KI eingesetzt wird, sondern wofür. Repetitive Kommunikation lässt sich automatisieren, und Mitarbeitende gewinnen Zeit für Momente, in denen menschliche Betreuung gefragt ist.

(Andrea Decker)

trustyou.com


Swiss Hospitality Awards 2026

Sie sind die Stars der Beherbergungsbranche

Der Hospitality Summit war auch Anlass, die Swiss Hospitality Awards 2026 zu verleihen. Mit den Awards will Hotelleriesuisse herausragende Betriebe, innovative Projekte und prägende Persönlichkeiten der Schweizer Beherbergungsbranche auszeichnen. Den Hauptpreis «Prix Jacques Tschumi» erhielten Esther Bellwald und Lukas Kalbermatten von der Lauchernalp/VS. Sie haben im Lötschental nach dem Bergsturz von 2025 in Rekordtempo das temporäre Hotel Momentum auf die Beine gestellt. «Schon am Tag nach der Katastrophe war mir klar: Wir müssen nach vorne schauen und eine neue Tourismusstrategie schreiben», sagte Lukas Kalbermatten am Summit. Den Preis erhielten die beiden gemäss Jury für ihre unternehmerische Weitsicht, ihren Mut und ihre Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.

Weitere Preisträger sind das «Baur au Lac» in Zürich in der Kategorie Star City & Urban, die Hostellerie du Pas de l’Ours in Crans-Montana/VS in der Kategorie Star Culinary & Taste, die «Casa Santo Stefano» in Miglieglia/ TI in der Kategorie Star Basic & Essential, das Silo Design & Boutique Hotel in Basel in der Kategorie Future & Vision sowie das Hotel-Restaurant Sonnenberg in Kriens/LU in der Kategorie Spotlight People & Culture.


«Mir war klar: Wir müssen nach vorne schauen.»

Lukas Kalbermatten, Hotelier in Blatten/VS


Letzteres verbindet Integration mit Fine Dining – ein Konzept, das aufgeht. «Im besten Fall werden Quereinsteiger bei uns zu Fachkräften», sagte Geschäftsleiter Ron Prêtre. «Und zwar zu solchen mit besonders viel Motivation und Herzblut.»

(Angela Hüppi)


Die neue Wohlfühl-Ökonomie

Essen muss heute mehr als nur schmecken und sättigen

Die Lebensmittelbranche befindet sich im Wandel. Waren die Bereiche Essen, Schönheit und Gesundheit früher klar voneinander getrennt, verschmelzen sie heute immer mehr. Das zeigt eine neue Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts GDI, welche sich dieser «Feelgood Revolution» widmet. Senior Researcher Christine Schäfer präsentierte die wichtigsten Ergebnisse am Summit.

«Wir sehen, dass die spannendsten Innovationen derzeit an den Schnittstellen zwischen Essen, Schönheit und Gesundheit stattfinden», so Schäfer. Dies zum Beispiel in den Bereichen gesundheitsfördernde Lebensmittel, personalisierte Ernährung oder Longevity. Das Potenzial der Wellness-Ökonomie sei riesig: «2024 war sie 6,8 Billionen Dollar wert, für 2029 sind gar 9,8 Billionen prognostiziert.» Treiber dafür seien die Hochdruck-Gesellschaft, die stetig zunehmende Bedeutung von Wellbeing (Wohlbefinden) sowie «Wearables» wie Smartwat-ches, die ständig Daten zur eigenen Gesundheit sammeln.

Die Gesellschaft fühlt sich jünger und fitter und ist überzeugt, einen Einfluss auf die eigene Gesundheit und Schönheit zu haben. Gerade in der Schweiz sind die Menschen bereit, dafür viel Geld auszugeben: Um gesund 88 Jahre alt zu werden, würden sie gemäss Studie 199 Franken pro Monat bezahlen.

Wellness wird zum Standard

Christine Schäfer beschrieb in ihrem Referat vier Typen von Gästen: Die Selbstzweifler, die ihren Körper als Baustelle sehen, die Selbstoptimierer, deren Körper ihr Kapital ist, die Selbstsicheren, die ihren Körper als Verbündeten sehen sowie die Selbstverweigerer, für die ihr Körper ein reines Nutzobjekt ist. «Unternehmen sollten sich überlegen, wen sie ansprechen möchten», so Schäfer. Die Selbstzweifler etwa wollen an die Hand genommen werden und wünschen sich einfache Speisekarten. Die Selbstoptimierer hingehen wollen so viele Informationen wie möglich, um eine Entscheidung zu treffen. «Klar ist: Wellnessprodukte werden vom Nischen-zum Standardprodukt – wer darauf setzt, hat einen Wettbewerbsvorteil.»

(Angela Hüppi)

gdi.ch

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