Die Gastkolumne von Meta Hiltebrand, TV-Köchin, Störköchin, Kochbuchautorin und Gastronomin.
Ostern gehört zu den wichtigsten Feiertagen im Jahr und verbindet auf besondere Weise religiöse Bedeutung mit lebendigen Traditionen. Im Kern erinnert Ostern an die Auferstehung Jesu Christi und steht für Hoffnung und Neubeginn. Gefeiert wird es im Frühling, wenn auch die Natur wieder erwacht – ein passender Rahmen für diese Botschaft. Der Termin ist beweg-lich: Ostern findet immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling statt. Diese Regelung geht auf frühchristliche Berechnungen zurück und verbindet symbolisch Sonnen- und Mondzyklen. Neben der religiösen Bedeutung haben sich im Laufe der Zeit viele Bräuche entwickelt. Besonders bekannt ist das Ei als Symbol des Lebens. Schon lange vor dem Christentum galt es als Zeichen für Fruchtbarkeit und Neubeginn. Im Mittelalter wurden Eier während der Fastenzeit gesammelt, gekocht und gefärbt, um sie haltbar zu machen und später festlich zu verwenden. Heute steht das Eierfärben vor allem als familiäre Tradition im Vordergrund. Dabei muss nicht zwingend der Glaube im Zentrum stehen – der gemeinsame Spass verbindet Jung und Alt. Auch der Osterhase gehört heute fest dazu. Seine Rolle entwickelte sich vermutlich in Europa, wo er als Fruchtbarkeitssymbol galt. Später entstand die Vorstellung, dass er die Eier versteckt – eine Tradition, die besonders Kinder begeistert. So ist Ostern heute eine Mischung aus Glaube, Kultur und Frühlingsfest. Es lädt dazu ein, innezuhalten, Zeit mit der Familie zu verbringen und den Übergang in eine hellere Jahreszeit bewusst zu erleben. Auf das Eiertütschen freue ich mich dabei am meisten – denn Ostern ist für viele ein echter Familientag.

Meta Hildebrand