Mit den ersten Sonnenstrahlen füllen sich wieder Terrassen, Boulevard-Cafés und Gartenrestaurants. Wer Gäste draussen bewirten will, muss sich nicht nur an lokale Vorschriften halten, auch Möblierung, Materialien und Beschattung entscheiden darüber, ob ein Aussenbereich funktional, stilvoll und wirtschaftlich überzeugt.

Die Altstadt Berns trägt das Unesco-Label Weltkulturerbe. Bei der Aussenbewirtschaftung sind deshalb Plastikstühle und Werbesonnenschirme unerwünscht. (Keystone-SDA)
Auch wenn es im Februar in den Bergen nochmals kräftig geschneit hat, riecht es im Tal bereits nach Frühling. Kaum sendet die Sonne ihre Strahlen auf die Erde, füllen sich Boulevard-Cafés und Gartenrestaurants. Dabei gilt, sich an die örtlichen Vorschriften in Bezug auf Lärmschutz und Art der Möblierung zu halten. Zu Letzterer kennen immer mehr Ortschaften klare Vorgaben. So sind nicht nur in Bern, sondern auch in vielen anderen Orten Plastikstühle oder bedruckte Sonnen-schirme nicht gern gesehen. Auch zur «Krone Huttwil» im Emmental/BE, die im vergangenen September wiedereröffnet wurde, passen solche Elemente auf der Terrasse nicht. Das Haus prägt seit 1750 die Hauptstrasse im Städtchen Huttwil. Nach einer langen Schliessung wurde es vom neuen Besitzer, der ortsansässigen Familie Ruch, in einem zweijährigen Umbau für knapp fünf Millionen Franken kernsaniert und zu neuem Leben erweckt. Caroline Knöpfel, Gastgeberin und Geschäftsleiterin, öffnet in diesem Frühjahr erstmals den Aussenbereich. Eine Terrasse hinter dem denkmalgeschützten Haus hat Platz für rund 30 Personen. «Als wir im letzten September das Haus eröffnen durften, mussten wir unser Augenmerk auf Pendenzen im Innern richten. Zudem war die Terrassensaison damals schon fast vorbei», erinnert sich Knöpfel. Als es darum ging, Mobiliar für die Terrasse zu bestellen, beherzigte sie einen Wunsch der Familie Ruch: «Sie gab mir den Rat, Stühle mit geschlossener Rückenlehne zu bestellen», so Caroline Knöpfel. «Dies mit dem Aspekt, dass es abends gerne kühl wird und der kalte Luftstrom in den Nierenbereich bläst.» Wie für den Innenbereich liess sie sich auch für die Terrasse von einem Ausstatter beraten. Wofür sich die Geschäftsleiterin entschied und welche Möbeltrends die Aussenbereiche dieses Jahr prägen, lesen Sie in dieser Ausgabe.
Die Firma Lusini Schweiz greift auf eine 30-jährige Erfahrung als Komplettausstatter und professioneller Berater für die Hotellerie und Gastronomie zurück. Als es darum ging, für die «Krone Huttwil» den passenden Aussenstuhl zu finden, schlug der Aussendienstmitarbeiter von Lusini, Rolf Niederhauser, einen Flechtstuhl der Marke Pulsiva vor. «Dabei handelt es sich um einen robusten Stuhl, dessen Rattangeflecht langlebig und pflegeleicht ist», sagt er. Für ihn ist das Outdoor-Mobiliar mehr als eine saisonale Anschaffung. «Es ist eine Investition in zusätzliche Umsätze», hält Niederhauser fest. «Wer auf langlebige Materialien wie Rattan, Aluminium, Holz oder hoch-wertiges Rope setzt, reduziert langfristig Aufwand und Ersatzbedarf.» Gleichzeitig sollten Serviceaspekte von Beginn weg mitgedacht werden, etwa durch mobile Stationen oder flexible Möblierungskonzepte. «So entsteht ein Aussenbereich, der wirtschaftlich und atmosphärisch überzeugt.»

Ein schöner Auftritt lockt Gäste an: Boulevardszene aus Zürich. (Keystone-sda)
Neben Komplettausstatter wie Lusini gibt es Ausstatter, die sich auf den Aussenbereich spezialisiert haben. Eine Firma ist zum Beispiel Mazuvo aus dem zürcherischen Volketswil. Sie präsentiert auf einer 1300 Quadratmeter grossen Ausstellungsfläche Gartenmöbel, Sonnenschirme und Gastromöbel. Die Wurzeln des Unternehmens gehen auf das Jahr 1959 zurück. Das Credo ist, Gartenmöbel von höchster Qualität anzubieten, und zwar von Herstellern und Topmarken wie der Hausmarke Mazuvo, Manufakt oder Schaffner. «Wir verkaufen viele Möbel der Marken Schaffner und Manufakt, welche immer noch auf dem Retrotrend reiten können», sagt Daniel Furrer, CEO und Verwaltungsratspräsident von Mazuvo. «Aber auch unsere Eigenmarke ist sehr gefragt, weil sie langlebig und reparierbar ist.»
Gemäss Furrer sind in der Aussenmöblierung Aluminiummöbel mit Schnüren oder Bändern im Trend, und zwar in den Farben Sand, Beige und Terrakotta, aufgefrischt mit Grüntönen. «Bei Lounges hat sich für die Gastronomie und Hotellerie überraschend Kunststoff als Material für Gestelle erstmalig etabliert», ergänzt er. «Zusammen mit guten Polstern, hochwertigen Stoffen und wetterfesten Kissen sind sie eine gute Lösung.» Daniel Furrer ist nicht nur Verkäufer, sondern auch gerne Gast in einem Restaurant. «Mein perfekter Stuhl, im Innenbereich genauso wie im Aussenbereich, hat Armlehnen, ist bequem im Rücken und hat an der Sitzvorderkante keine störenden Stege», verrät Furrer.
Doch bequeme Stühle und praktische Tische machen noch keinen optimalen Aussenbereich aus. Die richtige Beschattung ist ebenso wichtig. Trendsetter in diesem Bereich ist die Firma Glatz aus Frauenfeld/TG: «Wir beobachten, dass Sonnenschirme zunehmend zur hochwertigen Gestaltung von Aussenbereichen eingesetzt werden, abgestimmt auf Möblierung und Architektur», gibt Claudia Staber, Leiterin Marketing, Auskunft. «Entsprechende Farben von Stoffbezug und Mast, Volants sowie Einfassbänder schaffen dabei ein stimmiges Gesamtbild.»
Claudia Staber Leiterin Marketing Glatz AG
Gleichzeitig setzt Glatz auf langlebige, möglichst wiederverwertbare Materialien wie Aluminium und Holz, kombiniert mit lichtechten und reissfesten Stoffen. «Unsere Schirme sind reparierbar und die Bezüge austauschbar», ergänzt Claudia Staber. Damit sei eine nachhaltige Nutzung garantiert. Für windexponierte Lagen im Loungebereich empfiehlt Claudia Staber die neue F-Line Pro mit den Modellen Fortino Pro, Fortero Pro und Fortello Pro, die sich durch hohe Windstabilität und einfache Bedienung auszeichnet.
Claudia Staber ist ebenfalls gerne Gast in einem Garten-restaurant. Ihr persönlicher Lieblingsstuhl ist der Spaghetti-Stuhl der Firma Schaffner aus Müllheim/TG. Dieser Designklassiker ist mit recyceltem Meeresplastik bespannt.
(Ruth Marending)
glatz.com
mazuvo.ch