Gleiche Küche, neue Aufgaben: Rolf Schöpfer ist nun sein eigener Chef in der Reha Rheinfelden/AG.

Rolf Schöpfer hat Anfang Jahr das Zepter in der Küche der Reha Rheinfelden übernommen.
Ich würde es weniger als Wunsch bezeichnen. Für mich ist diese Aufgabe eher eine Form der Wertschätzung für die Arbeit, die ich in den letzten Jahren im Betrieb geleistet habe. Natürlich war es ein Ziel, auf das ich hingearbeitet habe. Als sich die Möglichkeit ergeben hat, war ich bereit, diese Verantwortung zu übernehmen.
Mein langjähriger Küchenchef und Wegbegleiter Adrian Dähler hat eine neue Herausforderung übernommen und ist Direktor des Park-Hotels am Rhein geworden, das ebenfalls zur Reha Rheinfelden gehört. Dadurch wurde die Position frei, und ich konnte als bisheriger stellvertretender Küchenchef diese Aufgabe übernehmen.
Ich weiss nicht, ob das von Beginn weg schon klar war. Natürlich hat sich die Klinik Gedanken darüber gemacht, wie sie sich gastronomisch in Zukunft aufstellen möchte. Wir haben dazu ein Gespräch geführt und wurden uns relativ schnell einig. Ich musste mich nicht bewerben – die Stelle wurde mir angeboten. Da ich mich mit der Reha Rheinfelden sehr verbunden fühle, musste ich nicht lange überlegen.
Mit dem Abschluss als Leiter Gemeinschaftsgastronomie mit eidgenössischer höherer Fachprüfung und meiner langjährigen Tätigkeit als stellvertretender Küchenchef unter Adrian Dähler konnte ich viel Erfahrung sammeln. Dazu kamen im Laufe der Jahre verschiedene kleinere Weiterbildungen. So habe ich meinen Rucksack Schritt für Schritt gefüllt und mich auf diese Aufgabe vorbereitet. Zudem bin ich durch meine Tätigkeit als Prüfungsexperte der HGF Mittelland sehr nahe an der Ausbildung der Lernenden und stark in deren Entwicklung eingebunden. Gleichzeitig engagiere ich mich aktiv im Vereinsleben der Hotel & Gastro Union. Dadurch konnte ich mir ein gutes Netzwerk mit vielen tollen Berufskolleginnen und -kollegen aufbauen, die mir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und mit Adrian Dähler, dessen Hotel nur wenige Kilometer und im gleichen Ort ist, arbeite ich ja praktisch nur einen Steinwurf entfernt – dadurch habe ich auch weiterhin einen sehr erfahrenen Ansprechpartner, an den ich mich jederzeit wenden kann.
Ich spreche nicht so gern von «unterstellt», weil ich dieses Wort etwas altmodisch finde. Ich sehe mich eher als Captain eines sehr engagierten Teams, das auf Augenhöhe miteinander arbeitet. Insgesamt umfasst unser Küchenteam 25 Mitarbeitende, darunter fünf Lernende.
Wir haben einige Bewerbungen erhalten und konnten die Stelle nach unseren Vorstellungen besetzen. Das freut uns natürlich sehr und macht uns auch ein Stück weit stolz. Besonders stolz macht mich, dass wir eine Köchin und einen Koch aus dem bestehenden Team als stellvertretende Küchenchefs gewinnen konnten. Beide haben sich bereit erklärt, zusätzliche Verantwortung zu übernehmen und die Entwicklung der Küche aktiv mitzutragen. Das zeigt mir, wie stark unser Team intern gewachsen ist und wie gross das Vertrauen untereinander ist. Gleichzeitig konnten wir in dieser Zeit auch zwei weitere offene Stellen besetzen. Auch dort ist es gelungen, genau die Kandidatinnen und Kandidaten für die Reha Rheinfelden zu begeistern, die wir uns gewünscht haben.
Für mich geht es weniger um meinen persönlichen Erfolg. Meine Aufgabe sehe ich darin, den Mitarbeitenden die richtigen Rahmenbedingungen und Werkzeuge zu geben, damit sie gute Arbeit leisten können. Entscheidend ist für mich, dass die Leute gerne zur Arbeit kommen, einen Sinn in dem sehen, was sie tun, und jeden Tag motiviert für unsere Gäste sowie Patientinnen und Patienten kochen.
Ja, Pannen gab es – und es wird sie auch immer wieder geben. Wir versuchen bewusst, immer wieder Neues auszuprobieren. Dazu gehört auch eine gewisse Lernkultur. Mein Lehrmeister hat einmal zu mir gesagt: Es ist nicht schlimm, wenn man etwas falsch macht – schlimm ist nur, wenn man nichts daraus lernt und denselben Fehler immer wieder macht. Wenn man sich verbessern will, muss man auch Fehler zulassen.
Wenn man das, was man macht, mit Freude tut, kommt vieles andere von selbst. Wichtig ist, zufrieden zu sein mit dem, was man hat. Und man sollte sein Glück mit anderen teilen – denn Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.
(Ruth Marending)