... weil ich mein Netzwerk erweitern und Jurymitglied werden konnte.»
Jürgen Zerza, wie kam es dazu, dass Sie vor fast 26 Jahren Mitglied im Berufsverband Service/Restauration wurden?
Margrit Röllin,meine Dozentin und Mentorinwährend meiner Ausbildung zum Restaurationsleiter mit eidgenössischem Fachausweis und langjährige Präsidentin des Serviceverbands, erkannte meine Leidenschaft für den Serviceberuf und ermutigte mich, dem Berufsverband beizutreten, um als Jurymitglied an den Servicemeisterschaften mitzuwirken.
Mit dem Einstieg als Juror haben Sie sich gleichzeitig im Berufsverband engagieren können. Eine gute Erfahrung?
Auf jeden Fall, denn ich konnte dadurch mein berufliches Netzwerk erweitern. Das Engagement öffnete mir auch die Tür, an den praktischen Prüfungen in Weggis/LU als Experte teilzunehmen. Und seit 2008 gebe ich meine Leidenschaft für den Serviceberuf an der SHL Schweizerischen Hotelfachschule Luzern an die junge Generation weiter.
Früher gab es oft Konflikte zwischen Service und Küche. Haben sich diese heute gelegt?
Ja und nein – das kommt auf dieFührung im Betrieb an. Ein wichtiges Thema, das wir auch an der SHL Schweizerischen Hotelfachschule Luzern stark thematisieren. Führungskräfte müssen vorleben, was sie von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwarten. Und sie müssen den Mut haben, unangemessene Kommunikationsarten anzusprechen.
Was muss geschehen, damit mehr junge Menschen eine Lehre im Gastgewerbe beginnen?
Wir müssen den jungen Menschen die Möglichkeiten in unserer Branche aufzeigen. Anstatt zu präsentieren, wie man ein Boot baut, um weit reisen zu können, müssen wir ihnen die Welt der Dienstleistung sowie ihre Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten aufzeigen.
Wenn Sie noch einmal vor der Wahl stünden, würden Sie sich erneut für den Serviceberuf entscheiden?
Das ist aus heutiger Sicht schwierig zu beantworten, da sich meine Lebenssituation und -erfahrung ganz anders präsentieren als damals mit 15 Jahren. Was ich jedoch mit Überzeugung sagen kann: Ich blicke auf eine spannende, lehrreiche, schöne und erfüllende Karriere im Serviceberuf zurück.
(Jörg Ruppelt)
