Die Parahotellerie Schweiz hat den Winter 2025/26 mit stabilen Logiernächten und leicht wachsenden Umsätzen abgeschlossen. Für den Sommer deuten die Buchungslagen auf weiteres Wachstum hin.

(ZVG)
Die Parahotellerie Schweiz hat den Winter 2025/26 mit stabilen Logiernächten und leicht wachsenden Umsätzen abgeschlossen. In einem von Wechselkursunsicherheiten und geopolitischen Spannungen geprägten Umfeld profitieren die sechs Partner Reka, Schweizer Jugendherbergen, TCS Camping, Swisscamps, BnB Switzerland und Interhome von einer soliden Inlandsnachfrage. Auch für den Sommer 2026 deuten die Buchungslagen auf Wachstum hin.
Während globale Unsicherheiten das Reiseverhalten beeinflussen, erweist sich die Parahotellerie Schweiz als widerstandsfähig. Die sechs Mitglieder melden einen soliden Winterabschluss. Laut dem TCS-Reisebarometer 2026 stufen 33 Prozent der Schweizer Bevölkerung Auslandreisen als eher unsicher ein. 35 Prozent haben ihr Reiseziel angepasst – ein Rekordwert seit Einführung der Umfrage. Davon profitiert auch die Parahotellerie.
Trotz starkem Franken, verhaltener Auslandsnachfrage und geopolitischen Unsicherheiten schlossen die Mitglieder den Winter 2025/26 mit stabilen bis leicht wachsenden Zahlen ab. Die Umsätze legten leicht zu, die Logiernächte hielten sich auf Vorjahresniveau.
Reka verzeichnete ein Umsatzplus von vier Prozent. Bei Logiernächten, Belegungstagen und Reservationen lag das Wachstum zwischen einem und zwei Prozent. Ein starker Januar prägte die Saison, während der März unter den Erwartungen blieb. Bemerkenswert ist ein ÖV-Pilotprojekt mit dem Kanton Luzern: Reka-Gäste konnten in Sörenberg kostenlos mit dem öffentlichen Verkehr anreisen. Das Angebot stiess laut Reka auf grossen Anklang. «Ein starker Jahresauftakt hat die schwächeren Monate im Frühjahr gut aufgefangen. Der Trend zu kürzeren, aber qualitativ hochwertigeren Aufenthalten setzt sich fort – das spiegelt sich auch in unserem Umsatzwachstum wider», sagt Roland Ludwig, Direktor Reka.
TCS Camping steigerte die Logiernächte über die sechs geöffneten Winterplätze Flims, Lugano-Muzzano, Olivone, Samedan, Sion und Solothurn um fünf Prozent. «Camping ist längst keine reine Sommersache mehr. Das wachsende Interesse an naturnahen Erlebnissen macht auch vor der kalten Jahreszeit nicht halt», sagt Oliver Grützner, CEO TCS Camping.
Auch Swisscamps, der Verband mit 216 Mitgliedercampingplätzen in der Schweiz, verzeichnete eine solide Wintersaison. Gleichzeitig befindet sich die Branche in einem strukturellen Wandel. «Die Branche ist in Bewegung. Themen wie Digitalisierung, Generationenwechsel und der Umgang mit den Folgen des Klimawandels prägen unsere Arbeit», sagt Marcel Zysset, Zentralpräsident Swisscamps.
BnB Switzerland blickt ebenfalls auf eine solide Saison zurück. Rund 70 Prozent der Gäste stammen aus der Schweiz, 30 Prozent aus dem nahen Ausland sowie aus den USA und Grossbritannien. Diese Gästestruktur mache BnB Switzerland vergleichsweise unabhängig von geopolitischen Schwankungen.
Die Schweizer Jugendherbergen verzeichneten beständige Logiernächtezahlen und einen Umsatzzuwachs von 0,4 Prozent. Ein aussergewöhnlich starker Dezember sicherte die Gesamtbilanz, während die Monate Februar bis April hinter dem Vorjahr zurückblieben. 56 Prozent der Gäste kompensierten ihre Übernachtung mit einem freiwilligen Klimaschutzbeitrag.
Für den Sommer 2026 sind die Buchungslagen überwiegend erfreulich. Gezielte Investitionen in neue Angebote und Infrastruktur ergänzen den Rückenwind durch die Inlandsnachfrage. Die Schweizer Jugendherbergen melden ein Buchungsplus von 3,9 Prozent. Getragen wird dieses unter anderem von der neuen Jugendherberge Genf, die am 16. Juli eröffnet. Sie umfasst 176 Betten in 61 Zimmern und richtet sich an Gruppen, Schulen sowie Individualreisende. Ebenfalls abgeschlossen ist die Teilsanierung der Jugendburg Rotberg bei Mariastein. Das historische Haus mit 78 Betten bietet renovierte Zimmer und eine neue Erlebnisinstallation im Rittersaal. «Mit der neuen Jugendherberge Genf und der renovierten Burg Rotberg stärken wir unser Angebot gezielt», sagt Janine Bunte, CEO Schweizer Jugendherbergen und Präsidentin Parahotellerie Schweiz.
Auch bei Swisscamps ist die Lage erfreulich. Camping in der Schweiz bleibt mit durchschnittlich 55 Franken pro Familiennacht in der Hochsaison gegenüber dem europäischen Mittel von 45 Franken wettbewerbsfähig. Zudem stiegen die Preise hierzulande mit plus drei Prozent moderater als im europäischen Durchschnitt von plus sieben Prozent. Zwei neue Mitglieder, der Camping Türlersee im Kanton Zürich und der Camping Gletscherdorf in Grindelwald, stärken das Netzwerk.
TCS Camping meldet mit plus 14 Prozent beim Buchungsstand das grösste Wachstum unter den Partnern. An Auffahrt eröffnete der Campingbereich des TCS Camping La Tène am Neuenburgersee nach dem Umbau mit 107 Touristen-Parzellen. Zusätzliche Comfort-Stellplätze folgen ab Juli in Morges, Martigny, La Tène, Orbe und Gordevio. Das Pop-up-Glamping Laax startet am 19. Juni und läuft bis 6. September. Auf der 2000 Meter über Meer gelegenen Alp Nagens oberhalb von Laax öffnet ein Baumwollzelt-Dorf mit mehr Raum sowie Plattformen für Yoga und Sternennächte.
BnB Switzerland erwartet in seinem Netzwerk mit rund 700 Gastgeberbetrieben eine stabile bis leicht wachsende Nachfrage, getragen von Bikern, Wanderern und Familien. «Die Nachfrage nach Kurzferien in der Schweiz bleibt hoch, weil viele Menschen in unsicheren Zeiten bewusst auf nahe und verlässliche Reiseziele setzen», sagt Dorette Provoost, Geschäftsführerin von BnB Switzerland.
Interhome beobachtet für den Sommer 2026 einen wachsenden Bedarf an Unterkunftsformen, die gemeinsame Zeit ohne Hotelrhythmus ermöglichen. Ferienhäuser und Ferienwohnungen gewinnen laut dem Ferienhausvermittler für Familien und Freundesgruppen weiter an Bedeutung. Gefragt seien Freiheit, Privatsphäre und Komfort sowie grosszügige Aufenthalte in den Bergen und in der Natur. Dazu komme anhaltendes Interesse an Badeferien in den Nachbarländern Italien und Frankreich.
Bei Reka liegen die Reservationen für den Sommer neun Prozent über dem Vorjahr, die Belegungstage fünf Prozent und die Logiernächte vier Prozent. Der Umsatz dürfte um sechs Prozent zulegen. Im Feriendorf Bergün entsteht als Teil der Kampagne «Insektenoase Parc Ela» ein naturnaher Garten mit einheimischen Wildpflanzen. In Urnäsch arbeiten das Reka-Feriendorf und das benachbarte Hotel Krone zusammen. Gäste profitieren von gegenseitigen Serviceleistungen, etwa in Gastronomie, Schwimmbad und Rekalino. Zudem betreibt Reka im Hotel Krone und im «Huus zom Bronnetrog» zehn frisch renovierte Wohnungen.
«Die Parahotellerie Schweiz bewährt sich auch in einem herausfordernden Umfeld als stabile Säule des Schweizer Tourismus. Die Inlandsnachfrage und innovative Angebote bilden unser Fundament», sagt Janine Bunte.
(mm/ade)