Die Gastkolumne von François Germanier, Mediensprecher Schweiz Tourismus.
Dieser Frühling bestätigt einen grundlegenden Wandel im Schweizer Tourismus. Angesichts der Krisen gewinnen Ferien in der Nähe gegenüber Fernreisen an Bedeutung. Geopolitische Unsicherheiten wecken den Wunsch, die unmittelbare Umgebung zu erkunden. Schweiz Tourismus macht sich dies zunutze und lädt die Schweizer Bevölkerung ein, «schöne Orte» zu entdecken. Das Ziel ist, weniger bekannte Reiseziele aufzuwerten, die oft abseits der grossen Tourismus-destinationen liegen, aber reich an Kulturerbe und Authentizität sind. So war bereits nach der Pandemie eine steigende Nachfrage nach kürzeren, näher gelegenen und nachhaltigeren Aufenthalten zu beobachten. Dabei gewinnt das Konzept «Mikrotourismus» an Bedeutung. Es basiert auf der Idee, dass ein origineller Tapetenwechsel möglich ist, ohne Tausende von Kilometern zurückzulegen. Im Sinne eines nachhaltigen Tourismus fördern wir so ein Eintauchen in Kulturen und Traditionen. «Verliebe dich in schöne Orte!» stellt fünfzehn Reiseziele aus allen Sprachregionen vor. Gut erhaltene alte Dörfer, malerische Weiler ohne Strom oder industrielle Bauwerke der Nachkriegszeit veranschaulichen den kulturellen Reichtum der Schweiz abseits berühmter Destinationen. Dabei geht es auch um eine bessere zeitliche und geografische Verteilung der Reiseströme. Indem ST die Gäste anregt, weniger frequentierte Orte zu erkunden, versuchen wir, touristische Attraktivität und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Ein Ansatz, der für die Zukunft der Branche von zentraler Bedeutung ist und der mit Authentizität und Nähe die Kunst des Reisens nachhaltig neu definieren könnte.
