Kaffeemaschinen unterliegen einem natürlichen Verschleiss. Sie sollten deshalb regelmässig gewartet werden.

Abnützung verstellt den Mahlgrad und muss nachgestellt werden. (Unsplash)
Sowohl Vollautomaten als auch Siebträger ergeben beste Kaffeequalität. Vorausgesetzt, dass beide Gerätetypen täglich gründlich gereinigt und regelmässig gewartet werden. Dies ist ganz im Sinne der Kaffeeröster. Elisa Plankensteiner von der Akademie der Rast Kaffee AG in Ebikon/LU sagt, wie mit dem Unterhalt der Kaffeemaschine das volle Aroma in die Tasse kommt.
Es ist sehr wichtig, dass Maschine und Mühle korrekt eingestellt sind. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Zum Beispiel: Mahlgrad, Wasser-Temperatur, Durchlaufzeit und Brühdruck. Sie entscheiden darüber, ob ein Kaffee ausgewogen und aromatisch schmeckt. Selbst sehr hochwertige Bohnen können ihr volles Potenzial nur entfalten, wenn alles entsprechend eingestellt ist.
Am wichtigsten ist das Zusammenspiel von Mahlgrad, Dosierung und Extraktionszeit. Diese Parameter sollten regelmässig überprüft und an die Bohne sowie das Röstprofil angepasst werden. Auch eine stabile Brühtemperatur und ein gleichmässiger Wasserfluss sind entscheidend für konstant guten Kaffee. Bei Siebträgermaschinen spielt zudem das richtige Tampen eine grosse Rolle, um «Channeling» (ungleichmässige Extraktion) zu vermeiden. Gleichzeitig lohnt es sich, auf die Frische des Kaffees zu achten: Direkt nach der Röstung schmeckt Kaffee adstringierend und die Crema ist besonders schaumig. Ideal ist es, ihn 5 bis 8 Tage nach der Röstung zu trinken. Dann entfaltet er sein volles Aroma. Je frischer der Kaffee, desto lebendiger die Aromavielfalt, je älter, desto flacher oder ranzig kann der Geschmack werden.
Die tägliche Reinigung ist bei beiden Systemen essenziell. Eine technische Wartung empfehlen wir, je nach Nutzungsintensität, etwa alle sechs bis zwölf Monate. Nachstellungen von Mahlgrad und Rezeptur können deutlich häufiger nötig sein, insbesondere bei wechselnden Bohnen oder klimatischen Bedingungen. Kaffee ist ein Frischeprodukt und kann sich durch äussere Einflüsse verändern. Wir empfehlen daher, Kaffee stets aromadicht zu verschliessen und lichtgeschützt zu lagern.
Kaffeevollautomaten sind durch ihre kompakte Bauweise und die vielen integrierten Komponenten tendenziell wartungsintensiver und etwas anfälliger für Störungen. Siebträgermaschinen sind mechanisch robuster und erlauben eine präzisere Kontrolle, erfordern dafür aber mehr Know-how in Bedienung und Pflege. Wer eine Siebträgermaschine zuhause hat oder sich eine anschaffen möchte, dem empfehlen wir einen Barista-Kurs zu besuchen. So holt man das Beste aus jeder Bohne heraus.
Zu den Verschleissteilen gehören besonders Dichtungen, Mahlscheiben, Wasserfilter und, bei stark beanspruchten Geräten, auch Ventile und Schläuche. Vor allem bei sehr kalkhaltigem Wasser können Schläuche und andere Komponenten Schaden nehmen. Deshalb empfehlen wir den Einsatz eines Wasserfiltersystems oder eines Tischfilters. Das schützt die Maschine, sorgt für gleichbleibend guten Kaffee und verlängert die Lebensdauer der Teile. Regelmässige Kontrolle und Wartung helfen, grössere Schäden früh zu erkennen und zu vermeiden.
Kontinuität. Eine konsequente tägliche Reinigung, gutes (gefiltertes) Wasser sowie regelmässige sensorische Kontrollen des Espressos verhindern die meisten Qualitätsprobleme. Wer Veränderungen im Geschmack früh wahrnimmt, kann meist mit kleinen Nachjustierungen oder der Reinigung viel bewirken. Ebenso wichtig ist, die richtigen Reinigungsmittel für die jeweilige Maschine zu verwenden. So steht dem Kaffeegenuss nichts mehr im Weg.
Ausserdem ist einer der wichtigsten Wartungstipps sowohl für Vollautomaten als auch für Siebträger ein regelmässiges Entkalken. Denn auch Filter für Kaffeemaschinen lassen kleine Mengen Kalk passieren, da dieser den Geschmack des Kaffees beeinflusst. Zu viel Kalk hingegen neutralisiert die feinen Fruchtsäuren im Kaffee, was zu einem flachen, faden oder bitteren Geschmack führt. Eine regelmässige Reinigung der Bohnenbehälter verhindert, dass der Kaffee ranzig schmeckt. Wer seine Kaffeemaschine regelmässig warten lässt, kann teure Reparaturen vermeiden.
Verschleissteile wie defekte Dichtungen haben einen Einfluss auf die Leistung von Kaffeemaschinen. Die sind in der Regel günstig. Etwas mehr kostet es, wenn eine defekte Brühgruppe ausgetauscht werden muss. Meist lohnt sich ein Ersatz dennoch, da neue Siebträger und Vollautomaten relativ teuer sind.
Reparaturen sollte immer der Hersteller oder ein ausgewiesener Profi ausführen.
(Gabriel Tinguely)