Erstes Luzerner Lernendenforum stellt mentale Gesundheit in den Fokus

«Wie geht’s dir?»: Diese Frage stand im Zentrum des Lernendenforums. Mit rund 200 Teilnehmenden war der Anlass in seiner ersten Durchführung schon ausgebucht.

  • Das erste Luzerner Lernendenforum in der Thermoplan-Arena des FC Luzern war ein voller Erfolg. (Bilder Ernst Kehrli)
  • Der Luzerner Regierungsratspräsident und Bildungsdirektor Armin Hartmann hielt die Eröffnungsrede.
  • Linda Meier erzählte im Workshop ihre persönliche Geschichte.
  • Mit Mentalcoach Andreas Fleischlin stellten sich die Lernenden die Frage: Wer bin ich?
  • Mit dem Team von Gorilla war Bewegung angesagt.
  • Im Workshop «Wie geht's dir?» gab es Tipps für die Förderung der psychischen Gesundheit im Alltag.
  • Auch für das leibliche Wohl war gesorgt.
  • Mittagessen im Stadion.
  • Während des ganzen Tages arbeitete Künstler Michael Meier an einem Plakat, welches das erste Lernendenforum Luzern zusammenfasst.

Sich selbst, seinen Körper und seine Bedürfnisse wahrnehmen. Merken, wann es einem zu viel wird, es ansprechen und Hilfe suchen. Die Teilnehmenden des Lernendenforums konnten am Montagabend viele konkrete Hilfestellungen, Techniken und Informationen rund um das Thema mentale Gesundheit nach Hause nehmen.

Der Andrang auf die Veranstaltung in der Luzerner Thermoplan-Arena war gross. Regierungsratspräsident und Bildungsdirektor Armin Hartmann konnte in seiner Eröffnungsansprache rund 200 junge Menschen begrüssen. «Resilienz und psychische Gesundheit sind keine Nebensache», sagte er. Eine erfolgreiche Ausbildung könne nur stattfinden, wenn die Belastungen auch tragbar seien. «Ihr seid die nächste Generation dieser Branche. Ihr dürft Dinge anders machen als vorherige Generationen und mehr auf euch selbst achten.»

Wie das geht, lernten die Teilnehmenden anschliessend in vier verschiedenen Workshops. Für die Körperwahrnehmung, Flexibilität und Balance ging es in einen Breakdance-Workshop mit dem Team von Gorilla. Das mehrfach ausgezeichnete Gesundheitsförderungs- und Bildungsprogramm vermittelt Freude an Bewegung, gesunder Ernährung und einem nachhaltigen Lebensstil. Gemeinsam mit den Coaches übten die Lernenden eine kurze Choreografie ein. 

Probleme ansprechen

Dass Bewegung, Erholung und Ernährung für die psychische Gesundheit einen grossen Stellenwert haben, erklärte auch Annette Hitz im Rahmen des Workshops «Wie geht es dir? Tipps zur Förderung der psychischen Gesundheit im Alltag.» Hitz betonte, dass jeder für sich herausfinden muss, was ihm guttut. «Schaut, was für euch passt. Sei es Joggen, Spazieren oder Meditieren.» Aber auch das soziale Umfeld spiele eine grosse Rolle. Beziehungen zu pflegen, sei wichtig. «Im Alltag verstellen wir uns oft. Mit Freunden können wir so sein, wie wir sind.»

Annette Hitz gab auch Tipps dafür, wie man im Betrieb anspricht, dass es einem nicht gut geht. Zuerst sei wichtig, die richtige Ansprechperson zu finden. Das könne die Chefin sein, der Berufsbildner oder jemand aus der Personalabteilung. «Macht euch vorher Notizen und schaut, dass ihr mit klaren Erwartungen aus dem Gespräch geht, wie es weitergeht.»  

In einem weiteren Workshop ging es darum, was zu tun ist, wenn es schwierig wird. Julia Friedli, Präventionsspezialistin bei der Suva, klärte auf, was überhaupt passiert, wenn jemand eine psychische Krankheit hat. «Psychische Gesundheit ist nicht schwarz oder weiss», sagte sie. «Auch jemand, der unter einer psychischen Krankheit leidet, hat Tage, an denen er sich gut fühlt.» Bei einer psychischen Erkrankung veränderten sich Gedanken, Gefühle und Verhalten. Sie habe einen Einfluss darauf, wie man den Alltag bewältigt und Beziehungen führt, und das über längere Zeit hinweg. 

Nichts, wofür man sich schämen muss

Wie sich das anfühlt, berichtete Linda Meier. Sie engagiert sich für das Projekt Zeta Movement, das Aufklärungsarbeit über psychische Erkrankungen leistet. Botschafterinnen und Botschafter sind selbst Betroffene. Linda Meier litt einst an Magersucht. «Ich hatte lange selbst keine Einsicht, dass ich krank war», erzählt sie. Heute ist es ihr wichtig, offen darüber zu reden, um junge Menschen zu motivieren, es auch anzusprechen und Hilfe zu suchen, wenn sie Probleme haben. «Psychische Schwierigkeiten sind nichts, wofür man sich schämen muss.»

Im vierten Workshop mit Mentalcoach Andreas Fleischlin ging es darum, sich selbst, seine Werte und seine Prioritäten besser kennenzulernen. Der Coach betonte die Wichtigkeit, sich immer wieder auf sich selbst zu fokussieren, zu fragen: «Wie geht es mir? Wer bin ich, wenn ich ganz ich selbst bin?» Wer das tue, und sich im Klaren sei, was die eigenen Prioritäten sind, lasse sich weniger von aussen beeinflussen. «Negative Energie überträgt sich. Wer ganz bei sich selbst ist und weiss, wie er den Tag angehen will, lässt diese Energien nicht an sich heran.»

(Alice Guldimann)


Das Lernendenforum

Das Lernendenforum in Luzern fand am 14. September erstmals statt. Es wurde organisiert von der Stiftung G'Art, der Hotel & Gastro Union sowie von Gastro Luzern.