Hitzesommer führt zu Ernteausfällen

Trockenheit und Hitzewellen haben im Sommer 2026 auf Schweizer Feldern zu Ernteausfällen geführt. Zugleich stiegen die Produktionskosten in der Landwirtschaft. Das hat Folgen für die Konsumentinnen und Konsumenten.

  • Bei den Temperaturen über 30 Grad Celsius legten Gemüse und Früchte einen Wachstumsstopp ein.
  • Gemüse und Früchte sind dieses Jahr kleiner als im Durchschnitt.
  • Vielerorts ist der Ertrag kleiner als in den Vorjahren.
  • Das Lauchfeld zeigt es, wo nicht bewässert werden konnte, gibt es kaum etwas zu ernten.
  • Mit der Natur arbeiten, heisst auch, kleines, krummes und weniger perfekt aussehendes Gemüse zu verarbeiten.
  • Kabiskopf mit Sonnenbrand. Ob der auf den Markt kommen wird?

Der Schweizerische Bauernverband SBV geht dieses Jahr von Ernteausfällen in Höhe von 522 Millionen Franken aus. «Das entspricht in etwa den Verlusten des Jahres 2003, in dem es ebenfalls eine Rekordhitzewelle gab», sagte eine Sprecherin des SBV im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Neben Heu (- 40 %) und Futtermais (- 30 %) sind vor allem Kartoffeln (- 20 %), Kirschen (- 15 %) – weil viele Früchte kleiner sind als üblich wird die Ernte geringer ausfallen – oder Frischgemüse (- 5 %) betroffen. Verluste sind auch bei Gemüsesorten zu erwarten, die erst in den kommenden Wochen geerntet werden. Zudem kann die Lagerfähigkeit nicht vorausgesehen werden. Erfahrungen aus dem Hitzesommer 2003 zeigen, dass diese eingeschränkt war. Auch mussten Händler und Landwirte die eingelagerte Ware deutlich schneller vermarkten als in normalen Jahren, weshalb es bereits im frühen Winter zu Engpässen bei heimischem Lagergemüse kam.

Herausfordernde Wetterbedingungen beeinflussen die Gemüseversorgung

Extreme Hitze und anhaltende Trockenheit haben bei zahlreichen Gemüse- und Früchtekulturen nebst Ertrags- und zu Qualitätseinbussen geführt. Besonders betroffen sind Lager- und Herbstprodukte wie Sellerie, Kabis, Karotten, Kartoffeln, Chinakohl, Zuckerhut und Cicorino. «Auch bei Tomaten ist die Verfügbarkeit aktuell deutlich eingeschränkt. Die Hitze hat die Blüte und Befruchtung beeinträchtigt, wodurch die Erträge geringer ausfallen», schreibt die Mundo AG in einer Information an ihre Kunden.

Die anhaltende Trockenheit erforderte zudem einen deutlich höheren Bewässerungsaufwand. Dadurch sind die Produktionskosten gestiegen. Da auch viele europäische Anbaugebiete von den schwierigen Wetterbedingungen betroffen sind, können fehlende Mengen nur teilweise durch Importe ausgeglichen werden. So haben Bauern bereits Heu in Kanada eingekauft.

«Wir müssen derzeit mit eingeschränkten Verfügbarkeiten, teilweise abweichenden Qualitäten und höheren Einkaufspreisen rechnen», schreibt Mundo weiter.  «Auch kurzfristige Lieferengpässe oder Preisanpassungen können nicht ausgeschlossen werden. Doch wir beobachten die Situation laufend und setzen alles daran, die Versorgung bestmöglich sicherzustellen.»

Für die kommende Zeit muss mit geringeren Verfügbarkeiten, teilweise abweichenden Qualitäten und höheren Preisen gerechnet werden. Die Preisentwicklung ist dabei nicht nur auf das knappere Angebot zurückzuführen, sondern auch auf den deutlich höheren Produktionsaufwand. Bereits mehrere Lieferanten haben Mundo mitgeteilt, dass auch im Bereich der küchenfertigen Produkte ab dem 1. Oktober 2026 mit Preiserhöhungen zu rechnen ist.

«Die Auswirkungen dieser aussergewöhnlichen Saison werden uns voraussichtlich über den Herbst und Winter bis ins kommende Frühjahr begleiten, wenn die neue Gemüse- und Früchtesaison beginnt», prognostiziert Mundo. Wie lange sich die angespannte Marktsituation auf Verfügbarkeiten, Qualitäten und Preise auswirken wird, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht beurteilen

(mm/gab)


Weitere Informationen unter:

mundoage.ch