«Ich bin Mitglied der Hotel & Gastro Union ...

... weil die geselligen Events wie die Kirsche auf der Torte sind.»

Marco Zandonella, Sie sind seit 1985 Mitglied in Ihrem Berufsverband. Hat Ihr Berufslehrer Sie damals überredet?

Der Lehrer verteilte die Anmeldecoupons, man füllte sie aus und gab sie zurück. Es war für uns Junge selbstverständlich und eine Ehre beizutreten.

Sind Sie heute genauso stolz auf Ihren Beruf wie damals?

Ja, ich bin aber auch stolz und glücklich, wichtige Einblicke in die Arbeit der Metzgerbranche, der Gastronomie und der Lebensmittelindustrie zu haben.

Was schätzen Sie besonders an der HGU und am Berufsverband Bäckerei & Confiserie?

Die HGU vereint viele Berufsgruppen, die sich gegenseitig unterstützen und stärken. Der gesellige Teil ist «die Kirsche auf der Torte» oder wie man auf Italienisch sagt: «la ciliegina sulla torta». Im Berufsverband spüre ich viel positive Energie, etwa beim Wettbewerb Brot-Chef.

Sie sind Berufsfachlehrer in Trevano. Wie ist die derzeitige Lernendensituation im Tessin?

Die Tessiner tun sich allgemein schwerer mit der Berufslehre als die Deutschschweizer. Viele Familien streben für ihre Kinder die Matura an. Das ist kulturell typisch lateinisch. Aber: Mit der KI-Revolution bringt der akademische Weg mittlerweile grosse Unbekannte mit sich. Die Folge: Das Handwerkliche und Menschliche gewinnen auch im Tessin wieder an Terrain.

Widerspiegelt sich das auch an zunehmenden Berufslehren?

Noch nicht. Die Zahl der Lernenden im Bäckergewerbe sank von einst 60 pro Jahr bis auf rund ein Dutzend heute. Diese Zahl hat sich aber in den letzten Jahren stabilisiert.

(Jörg Ruppelt)

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Marco Zandonella

Das 56-jährige Mitglied des Berufsverbands Bäckerei & Confiserie ist Fachlehrer für die Berufe Bäckerei-Konditorei-Confiserie im Centro Professionale Tecnico Lugano-Trevano.