Die Gastkolumne von Romy Bacher, Leiterin Nachhaltigkeit beim Schweizer Tourismus-Verband STV.
Über Zukunftsgestaltung wird im Tourismus viel diskutiert. Über den Mut, den es braucht, um genau diese voranzutreiben, hingegen weniger. Dabei beginnt Veränderung selten mit einem perfekten Plan. Sie fängt dort an, wo jemand bereit ist, Gewohntes infrage zu stellen und einen Schritt in eine unbekannte Rich-tung zu wagen – auch wenn die neue Lösung noch nicht erprobt ist. Gerade bei der nachhaltigen Tourismusentwicklung zeigt sich, dass gute Absichten allein nicht genügen. Entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung ist der gekonnte Umgang mit unterschiedlichen Interessen und Zielkonflikten. Gäste erwarten hohe Erlebnisqualität und Komfort, Betriebe streben nach Wirtschaftlichkeit, und die Bevölkerung will Mitsprache und Lebensqualität. Eine nachhaltige und zukunftsorientierte Gestaltung des Tourismus bedeutet deshalb, gemeinsam Lösungen zu suchen, Prioritäten zu setzen und Verantwortung über alle Anspruchsgruppen hinweg zu denken. Dazu gehört auch, sich Herausforderungen und unbequemen Fragen zu stellen: Wie können wir touristisches Wachstum für alle gewinnbringend gestalten? Wie stärken wir klimaverträgliche Mobilität, ohne den Zugang zum Angebot zu erschweren? Wie nutzen wir gezielt Daten, ohne unsere Partner mit Bürokratie zu überhäufen? Direkte Antworten darauf gibt es selten. Aber wir finden gemeinsam Lösungen, wenn unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammenkommen. Genau hier setzen die Sustainable Tourism Days am 11. und 12. November an. Dort werden Erfahrungen ausgetauscht und neue Ansätze gedacht – um gemeinsam die ersten mutigen Schritte zu gehen.
