Steigende Wassertemperaturen und Umweltbelastungen setzen heimische Fische zunehmend unter Druck – mit Folgen für Bestände, Qualität und Fischerei.
Die gute Nachricht zuerst: Es wird auch diesen Sommer in den Seerestaurants und Gartenbeizli Fischknusperli geben. Denn gemäss der Fischereistatistik des Bundesamts für Umwelt stammen rund 72 Prozent der hierzulande konsumierten Süsswasserfische aus dem Ausland. Etwa zwei Drittel der Schweizer Speisefische werden in Zuchten produziert. Trotzdem ist die Situation nicht rosig. Für die Berufsfischer nicht, für die Gastgeber nicht, die regionalen Fisch auftischen möch-ten, und schon gar nicht für die Fische selbst. Die anhaltende Hitze und Trockenheit lassen die Wassertempera-turen übermässig ansteigen und die Pegelstände sinken. Beides stresst die Fische und hat Auswirkungen auf ihre Bestände. Zum einen verschiebt sich die Artenvielfalt. Kälteliebende hochwertige Speisefische wie Felchen, Seeforelle und Saibling wandern in tiefere, kühlere Seeschichten ab.

Nicht nur Fangnetze sondern auch zu warmes Waser sind für Fische eine Gefahr. Am Vierwaldstättersee beträgt die Wassertemperatur an vielen Orten bereits über 22 Grad. (Keystona-SDA)
Dafür breiten sich Karpfen und Welse vermehrt aus. Zum anderen hat die Wassertemperatur Einfluss auf das Vermehrungsverhalten der Edelfische. Felchen und Seeforellen laichen im Spätherbst und Winter in flachem Uferwasser. Liegt die Wassertemperatur dann nicht wesentlich unter zehn Grad, wird die Eientwicklung gestört oder sogar komplett blockiert. Gemäss der Universität Bern sorgt Hitzestress zudem für eine schlechtere Fleischqualität. Weil sich der Stoffwechsel der Fische rasant beschleunigt, brauchen sie viel mehr Futter. Finden sie das nicht in ausrei-chender Menge, magern die Fische ab. Wasserstand und -temperatur sind nicht die einzigen Faktoren, die Süsswasserfischen und Berufsfischern derzeit das Leben schwer machen. Wegen zu hoher PFAS-Werte dürfen keine Egli und Hechte aus dem Zugersee verkauft werden.
(Riccarda Frei)