Oft als grünes Gold bezeichnet, hat Olivenöl seinen Preis. Beste Qualitäten dienen als Vorbild und sollen den Sinn für guten Geschmack schärfen. Dies entspricht der Idee von Giorgos Kolliopoulos.

Das Teuerste soll aufzeigen, weshalb exklusive Dinge ihren Preis haben und wie viel Aufwand – häufig gutes Handwerk – in diesen steckt.
Olivenöl sollte in diesem Jahr nicht teurer werden. Die Preise bleiben jedoch trotz der guten Ernte 2025/2026 hoch. So gelten in den grössten Produktionsländern Spanien, Italien und Griechenland Richtpreise ab Mühle zwischen 12 und 15 Euro pro Liter natives Olivenöl. Dies entspricht einem Vielfachen des Preises, der bis zur Ernte 2020/2021 bezahlt wurde. Danach machten die Trockenheit und Hitze der letzten Sommer den Olivenbäumen zu schaffen und die Ernte fiel kleiner aus. Kaltgepresstes, natives Oli-venöl extra – «extra vergine» – hat einen sehr tiefen Säuregehalt. Es duftet nach frischen Oliven, Gras oder Tomatenkraut und hat ei-nen bitteren und scharfen Geschmack. Die Farbe variiert von grün bis goldgelb und hängt von der Erntezeit ab. Raffiniertes Olivenöl ist hell und klar. Obwohl der Rauchpunkt von Olivenöl je nach Qualität zwischen 130 und 230 Grad Celsius liegt, ist ein Öl extra vergine zu kostbar für ein scharfes Anbraten.
Besonders exklusiv ist das Olivenöl der griechischen Speiron Company. Giorgos Kolliopoulos gründete das Unternehmen im Jahr 2006 mit der Idee, Lebensmittel auf einzigartige Weise neu zu erfinden. Für sein Lambda-Olivenöl verwendet der Perfektionist handgepflückte Oliven der Sorten Koroneiki und Maroneia. Diese stammen ausschliesslich von über 100 Jahre alten Olivenbäumen. Bei der Verarbeitung achtet Giorgos Kolliopoulos auf höchste Präzision. Als Kursleiter kennt er alle Vorgaben des Internationalen Olivenölrats für natives Olivenöl.
Eine Fünf-Deziliter-Flasche «Lambda» kostet im Webshop der Speiron Company 80 Euro. Wer das Öl verschenken möchte, kann dazu eine von Hand gefertigte Geschenkbox bestellen (Bild). Inklusive personalisierter Plakette aus Weissgold kostet diese 11 000 Euro pro Flasche. Doch auch das teuerste Olivenöl sollte innerhalb eines Jahres konsumiert werden. Im Gegensatz zu Wein wird Olivenöl mit dem Alter nicht besser.
Das absolut teuerste Öl der Welt ist Agarholzöl. Ein Kilogramm davon kostet 1,5 Millionen Franken. Gewonnen wird es aus dem Harz von Agarbäumen, die von einem Pilz namens Aspergillus niger befallen wurden. Verwendung findet Agarholzöl in teuren Parfums und Duftölen zu Meditationszwecken.
Auf Platz zwei der teuersten Öle folgt Kaktusfeigenkernöl mit einem Preis von rund 600 Franken pro Liter. Dafür braucht es 1000 Kilogramm Früchte. Reich an Omega 6, Linolsäure sowie der Vitamine C, E und A wäre Kaktusfeigenkernöl ein wertvolles Speiseöl. Aufgrund seines Preises und der Wirkung als natürliches Botox kommt es in der Beauty-Industrie – in Anti-Aging- und Haarpflege-Produkten – zum Einsatz. Wichtig ist, dass «Opuntia Ficus-Indica Seed Oil» auf der Liste der Zutaten steht.
(Gabriel Tinguely)