Der Bereich Küche hat seine Teilnehmerin für die Euro Skills: Martina Burri wird 2027 die Schweiz in Düsseldorf (DE) vertreten.

Martina Burri bei der Zubereitung ihrer Hacktätschli. (Swiss Skilss)
Zwei Stunden Zeit für ein Mise en place, eine Vorspeise mit Lachsforelle und Dillsauce, einen Hauptgang mit Hackfleisch und Kartoffeln sowie das Aufräumen der Küche: Das war die Aufgabe bei der Schweizer Vorselektion für die Euro Skills im Bereich Küche. Vier junge Köchinnen und Köche stellten sich Anfang September dieser Herausforderung im Luzerner Aus- und Weiterbildungszentrum G’Art: Martina Burri, Alain Frutiger, Dennis Jud und Lenja Walliser. Die zur Verfügung stehenden Zutaten erhielten sie erst kurz vor Beginn des Wettbewerbkochens – denn zu den entscheidenden Fähigkeiten für die Europameisterschaft der Berufe zählen unter anderem auch die nötige Spontaneität und Flexibilität.
Am Ende konnte Martina Burri die Jury, zu der neben Euro-Skills-Coach Martin Amstutz unter anderem auch die ehemaligen Euro-Skills-Kandidaten Pascal Arnold und Céline Maier gehörten, überzeugen. «Sie war gut organisiert, konnte mit der spontanen Aufgabenstellung umgehen und hat auch in der Degustation überzeugt – vor allem beim Fischgang», sagt Martin Amstutz.
Die 24-Jährige kennt sich mit Flexibilität aus – derzeit arbeitet sie in der Buurehofkita Bigler in Gümligen/BE. Dort ist sie alleine für die Verpflegung von 15 Kindern sowie 10 bis 20 Erwachsenen zuständig. Nebenbei baut sie Gemüse im Garten an und produziert Hofprodukte wie Nusstorte, Meringues oder Konfi. Und wenn nötig, melkt sie auch mal die Kühe des Bauernhofs selbst.
Martin Amstutz, Coach
2024 nahm Martina Burri bereits beim Kochwettbewerb «La Cuisine des Jeunes» teil und wurde dort Zweite. Für den Euro-Skills-Vorentscheid bewarb sie sich nach dem Motto: «Ich kann dabei ja nichts verlieren.» Als Siegermenü präsentierte sie der Jury als Vorspeise eine sous-vide-gegarte Lachsforelle mit Couscous-Salat, Blumenkohl-Püree und Dill-Sauerrahm-Sauce sowie als Hauptgang Hacktätschli an Preiselbeersauce mit Pommes duchesse und glasierten Rüebli.
Die grösste Herausforderung? «Die Zeit ist bei Wettbewerben immer mein Gegner», so Burri. Mit der spontanen Aufgabenstellung hingegen habe sie weniger Mühe gehabt: «Es hilft, wenn man mental gut vorbereitet ist und schon ein paar Ideen hat. Trotzdem ist es natürlich speziell, so kurz vor dem Kochen noch gar keine Ahnung zu haben, welche Produkte zum Einsatz kommen.» Beim Kochen selbst lief dann fast alles nach Plan. Der Sieg überraschte sie trotzdem: «Nach dem Kochen hatte ich gemischte Gefühle, da ich nicht wusste, was die anderen Teilnehmenden gemacht hatten.» Umso mehr freute sie sich bei der Rangverkündigung.
In wenigen Wochen findet bereits das Kick-off-Meeting zu den Euro Skills statt. «Dort werden wir die Reise zum Wettbewerb im Detail planen», erklärt Coach Martin Amstutz. Aus den vergangenen Schweizer Teilnahmen habe man viele wertvolle Erfahrungen mitnehmen können. Am Ende sei das Training aber auch immer sehr individuell: «Jeder Kandidat ist anders. Es gilt, sich kennenzulernen und herauszufinden, welches für Martina der beste Weg ist, um Top-Leistungen erbringen zu können.» Die menschliche Komponente sei nicht zu unterschätzten; es gehe nicht nur um handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch um mentale Stärke, Resilienz und ein gutes Umfeld, welches die Kandidatin prägt und mitträgt. Martina Burri freut sich auf die besondere Erfahrung, die vor ihr liegt: «Ich will viel Neues lernen – beruflich und persönlich.»
(Angela Hüppi)