Im September vertrat Pascal Arnold die Schweiz bei den Euro Skills. Nun trainiert er bereits für den nächsten Wettbewerb.

Pascal Arnold (rechts) mit seinem Coach Martin Amstutz beim Training für die Euro Skills. (Samuel Büttler)
Nach dem Wettbewerb habe ich sofort wieder angefangen zu arbeiten. Erst drei Wochen später konnte ich eine Woche Ferien in Marokko verbringen und dort herunterfahren und zur Ruhe kommen. Danach ging es aber gleich wieder mit Vollgas weiter.
Ich konnte mich sowohl menschlich als auch fachlich weiterentwickeln. Ich konnte vieles aus meiner Ausbildung vertiefen, zum Beispiel das Filetieren von Fisch. Das ging vorher schon, aber jetzt sieht es auch noch gut aus (lacht).
Durch das Mentaltraining habe ich gelernt, mit Druck umzugehen und auch in schwierigen Situationen Ruhe zu bewahren. Mir hilft es zum Beispiel, kurz rauszugehen und frische Luft zu atmen. Simpel, aber effektiv.
Der Zeitdruck war wahrscheinlich die grösste Challenge. Ich wusste bereits im Vorfeld, dass die Zeit besonders am ersten Wettbewerbstag knapp sein würde. Man ist in einer unbekannten Küche und zum ersten Mal in der Wettbewerbssituation. Es wurde dann auch tatsächlich sehr knapp. Wir hatten ein Zeitfenster von zehn Minuten, um alles zu schicken. Mein Gericht ging zehn Sekunden vor Ende dieses Fensters raus. Aber hey, es ging gerade noch auf.
Gewisse Dinge sind schon schiefgelaufen. Zum Beispiel das Haselnuss-Panna-cotta, welches nicht richtig fest wurde. Für den Geschmack habe ich aber die volle Punktzahl erhalten, daher fiel die Konsistenz wahrscheinlich gar nicht so ins Gewicht. Ansonsten gab es auch Mystery-Aufgaben, für die nicht trainiert werden konnte.
Beim Geflügelhauptgang musste ich als Mystery-Beilage Mais zubereiten. Das hatte ich vorher nie trainiert. Daraus habe ich zum einen ein Püree mit Limette und Chili zubereitet, zum andern habe ich den Mais mit Zwiebeln sautiert, um verschiedene Konsistenzen auf den Teller zu bringen.
Vor der Siegerehrung hatte ich das Gefühl, dass es nicht für eine Medaille reicht. Als ich dann Bronze erhielt, freute ich mich riesig. Das wurde auch entsprechend gefeiert.
Am nächsten Morgen ging es um 7 Uhr zum Flughafen – es war ein anstrengender Morgen (lacht).
Zunächst einmal war es sehr ungewohnt, mich selbst im Fernsehen zu sehen. Aber es war auch schön, alles nochmals anzusehen und quasi damit abzuschliessen.
Das war eine ganz neue Erfahrung. Manchmal störten die Kameras beim Training auch ein wenig und waren ein zusätzlicher Stressfaktor. Aber vielleicht war ich dadurch vor Ort weniger nervös. Mit dem Ergebnis bin ich mega happy, und ich habe auch sehr viel positives Feedback erhalten.
Ja, man wird mich sicher bei weiteren Wettbewerben sehen. Aktuell trainiere ich mit dem Swiss Armed Forces Culinary Team für den Culinary World Cup, der im November in Luxemburg stattfindet.
Unbedingt machen! Wenn man mit Freude an die Sache rangeht, kann man eigentlich nur profitieren. Und ein weiterer Tipp von mir: Auch mal einen Tag freinehmen, um sich die Freude zu erhalten.
Die nächsten Jahren heisst es bei mir: lernen, lernen, lernen! Ich habe noch so vieles nicht gesehen. Vor allem die nordische Küche interessiert mich, aber auch Lateinamerika. Spannend wäre auch, einmal in einem Drei-Sterne-Betrieb zu arbeiten.
(Angela Hüppi)