Das Restaurant Didis Frieden ist eine Zürcher Institution. Im Herbst schliesst sie für immer.

Auch wegen seiner Dessertteller ist Didi Bruna über Zürich hinaus bekannt. (ZVG)
Es fühlt sich super an, für mich ist es eine Befreiung. Nach meiner Pensionierung stehe ich nicht mehr jeden Tag unter Druck und kann tun, was ich möchte. Darauf freue ich mich.
Das Gebäude gehört der Pensionskasse BVK und wird ab diesem Jahr umfassend saniert. Eigentlich hätte dies schon vor vier Jahren geschehen sollen. Wir haben uns jedoch mit den Verantwortlichen geeinigt, so dass wir den «Frieden» bis zu meiner Pensionierung weiterbetreiben konnten. Wäre dies nicht möglich gewesen, wären wir nach der Sanierung nicht wieder zurückgekehrt.
Schon als Kind habe ich sehr gerne gekocht. Mich faszinieren das Handwerk und die Vielseitigkeit an meinem Beruf. Als Koch kann man seine Gäste glücklich machen. Dass ich mehrere eigene Restaurants geführt habe, hat sicher dazu beigetragen, dass ich mein ganzes Berufsleben lang Koch geblieben bin.
Diese Branche ist ein Schmelztiegel verschiedener Länder und Nationen, die auf kleinstem Raum zusammenarbeiten. Kürzlich habe ich einmal die Liste meiner Mitarbeitenden, die schon mal für mich gearbeitet haben, angeschaut. Es ist eine Bereicherung zu sehen, mit wem ich zusammenarbeiten durfte und wie viele positive Dinge wir zusammen zustande gebracht haben. Ich habe durch meine Arbeit Menschen kennengelernt, die ich sonst niemals getroffen hätte.
Der Gang in die Selbständigkeit. Ich liess mir da etwas viel Zeit, doch schon nach einem Monat zog ich mich selbst an den Ohren und sagte mir: «Das hätte ich schon viel früher tun sollen.»
Man muss die Selbständigkeit wirklich wollen, und vor allem am Anfang braucht es viel Biss und auch etwas Glück.
Ich versuche, stets fair zu bleiben. Zwar verlange ich viel Leistung und ein grosses Engagement, aber ich bin auch bereit, etwas dafür zu geben. Zudem ist die Wertschätzung in unserem Team hoch. Wir sind aufeinander angewiesen und dessen sind sich alle bewusst. Die Arbeit in der Gastronomie funktioniert nur im Team. Ausserdem helfen wir einander aus. Wenn jemand krank ist, springt ein anderer ein. Bei uns geht es sehr familiär zu und her.
Mein Küchenchef Markus Furtner will sich selbständig machen. Dabei werde ich ihn unterstützen. Andere möchten weg von der Branche, und einige wissen es noch nicht, aber es bleibt noch etwas Zeit, bis wir schliessen.
Das ist eine gute Frage … Ein paar Mal standen sie auf der Kippe. Sie sind aber ein Alleinstellungsmerkmal, und wir haben auch deswegen neue Gäste gewonnen. Zudem mache ich den Gästen gerne eine Freude. Und wenn ich sehe, wie gross diese häufig ist, freut es mich noch mehr.
Ich hätte gerne für längere Zeit im Ausland gearbeitet, auch um Sprachen zu lernen. Aber bis auf ein paar wenige Engagements ist es nicht dazu gekommen.
Auf jeden Fall. Viele meiner Gäste sind mit den Jahren Freunde geworden. Leider fehlte mir oft die Zeit, Freundschaften zu pflegen.
Das auch, vor allem werde ich mehr Zeit mit meiner Partnerin verbringen. Sie ist in den letzten Jahren oft zu kurz gekommen. Wir werden reisen, und ich möchte mehr Sport treiben. In irgendeiner Form bleibe ich der Gastronomie sicher erhalten. Aber bis zur Schliessung des «Frieden» dauert es noch etwas und bis dahin haben wir noch eine Menge zu tun.
(Daniela Oegerli)