Icomos-Auszeichnung stärkt die Verbindung von «Baukultur & Gastfreundschaft»

Die Icomos-Auszeichnung für historische Hotels und Restaurants richtet sich neu aus. Unter dem Namen «Baukultur & Gastfreundschaft» will die Arbeitsgruppe die Verbindung von Baukultur, Denkmalpflege und Gastfreundschaft zukunftsgerichtet schärfen.

(Bilder ZVG)

Seit 1996 zeichnet Icomos Suisse Hotels und Restaurants aus, die historische Bauten nach denkmalpflegerischen Grundsätzen erhalten, betreiben und weiterentwickeln. Die Arbeitsgruppe Historisches Hotel und Restaurant leistet damit gemeinsam mit ihren Partnern GastroSuisse, HotellerieSuisse, Schweizer Heimatschutz und Schweiz Tourismus seit drei Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Verbindung von Baukultur, Denkmalpflege sowie Hotellerie und Gastronomie. Nun richtet sie ihren Fokus neu aus – und plant ihre Zukunft unter neuem Namen.

2024 hat die Arbeitsgruppe eine umfassende Standortbestimmung vorgenommen. Das Co-Präsidium hält fest: «Die Auszeichnung ist in Fachkreisen seit Langem etabliert und anerkannt, nun bietet sich die Chance, ihre Wirkung auch über diese Kreise hinaus weiter zu entfalten.» Neben der baulichen Qualität rücken heute stärker das authentische und nachhaltige Gästeerlebnis, der Service, die regionale Vernetzung und die Innovationskraft in den Fokus.

Die geplante Neuausrichtung und der neue Name «Baukultur & Gastfreundschaft» basieren auf einer Konzeption, die in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erarbeitet wurde. Prof. Stefan Forster, der die Analyse- und Konzeptionsarbeiten begleitet hat, sagt dazu: «Mit dem neuen Namen ‹Baukultur & Gastfreundschaft› machen wir gelebte Baukultur sichtbarer: historische Authentizität und Gastfreundschaft, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Die Neuausrichtung eröffnet neue Perspektiven und macht die Auszeichnung noch relevanter für die Zukunft.»

Neu will die Jury auch selbst Betriebe nominieren, um Qualität und Vielfalt der Auswahl zu erhöhen. Zudem sollen thematische Schwerpunkte gesetzt werden, die aktuelle Fragestellungen an der Schnittstelle von Denkmalpflege, Tourismus und Gastronomie/Hotellerie aufnehmen. Vorgesehen ist ein Zweijahresrhythmus, um Ressourcen zu bündeln und die öffentliche Wirkung zu stärken. Jedes Schwerpunktthema soll mit einem Begleitprogramm aus Veranstaltungen, Publikationen und einem einfachen Monitoringsystem vertieft werden.

Für Sabine Nemec-Piguet, Präsidentin von Icomos Suisse, ist das Ziel klar: «‹Baukultur & Gastfreundschaft› soll sich weiterhin als führende Auszeichnung in den Bereichen Denkmalpflege, Gastronomie und Hotellerie etablieren. Auch künftig sollen Betriebe für ihren sorgfältigen und nachhaltigen Umgang mit historischem Erbe gewürdigt werden.» Zusätzlich sollen Aktivitäten honoriert werden, die die Sichtbarkeit erhöhen, Gäste für Authentizität und regionale Identität sensibilisieren und die Zusammenarbeit zwischen Denkmalpflege, Tourismus und Wirtschaft stärken.

Als nächster Schritt wird ein Innotour-Projekt beim SECO eingereicht, gemeinsam mit den Partnern GastroSuisse, HotellerieSuisse, Schweizer Heimatschutz und Schweiz Tourismus.

(mm/ade)


Fakten

Seit 1996 wird die Auszeichnung jährlich vergeben. Prämiert werden historische Hotels und Restaurants, die ihre Gebäude und ihren Betrieb nach denkmalpflegerischen Prinzipien erhalten und sinnvoll weiterentwickeln. Zusätzlich werden Spezialpreise für besondere Räume, Details oder Innenausstattungen vergeben.

Beispiele der letzten Jahre

– 2025: Hotel Restaurant Kreuz, Herzogenbuchsee (Hotel); Restaurant Baratella, St. Gallen (Restaurant)
– 2024: Hotel Chasa Chalvaina, Müstair (Hotel); Kronenhalle Zürich (Restaurant); Spanische Weinhalle Burgdorf (Spezialpreis)
– 2023: Ortsstockhaus, Braunwald (Hotel); Le Tonnelier, Bulle (Restaurant)