Von frischem Bergwein bis zu kräftigen Gewächsen aus tieferen Tallagen haben etablierte Kellereien und Newcomer viel zu bieten.
«Wir haben 40 Jahre Erfahrung, welche die Elterngeneration für uns gemacht hat», sagt Maria Niedrist vom gleichnamigen Familienweingut im 45-minütigen Dokumentarfilm «Wein in Südtirol – die Geschichte eines Aufbruchs». «Wir müssen uns jetzt nur fest anstrengen, dass wir das auch so weitermachen können.» Der Film wurde Anfang Mai gezeigt, als 44 Güter im Zürcher Kunsthaus ihre neuesten Jahrgänge vorstellten. Neben etablierten Kellereien waren auch zahlreiche Newcomer vor Ort, noch auf der Suche nach Importeuren. Ein Beispiel war das Bio-Weingut Reyter aus Bozen (IT). Joachim Unterhofer präsentierte mit Pierrot Weiss 2021 eine Cuvée aus spontan vergorenem Muscaris (mit Maischenstandzeit), Souvignier Gris und Bronner, die 16 Monate in 500-Liter-Fässern ausgebaut wurde. Ohne Filtration abgefüllt, reifte der Wein drei Jahre in der Flasche. Das Ergebnis ist ein aromatischer, vielschichtiger und tänzerisch anmutender Wein.

Die Rebhänge Südtirols bieten für jede Rebsorte die passende Höhenlage. ZVG
Was an Südtirol besonders beeindruckt, ist, wie differenziert die Winzer ihr topografisches Spektrum nutzen. Ein Beispiel ist das Weingut Turmhof. Dessen «Chardonnay Au» gedeiht in tiefster Lage auf 260 Meter über Meer. Der «Müller-Thurgau Feldmarschall» wiederum wächst im höchstgelegenen Rebberg auf einer Terrasse auf 1000 Meter über Meer. Dazwischen findet jede der über 20 kultivierten Rebsorten ihr ideales Mikroklima.
Neben den emblematischen weissen Sorten Weissburgunder und Sauvignon Blanc stossen vor allem die blauen Sorten Vernatsch und Lagrein auf Publikumsinteresse. So sind sich Winzer und Fachleute einig, dass moderne, frisch-fruchtige Vernatsch-Weine den Geschmack junger Weingeniesser treffen. Ein Beispiel sind die Lagenweine von Castel Sallegg. Das Weingut im Zentrum von Kaltern beherbergt auch ein gediegenes Hotel.
(Gabriel Tinguely)