Vier Kandidaten kämpften heute Sonntag um den Finalsieg im Bereich Restauration. Shania Colombo konnte sich ihren Platz nach Singapur sichern.
Es war ein heisser Tag im Restaurant der Hotel Gastro Formation in Weggis/LU, nicht nur wegen der heissen Temperaturen draussen und den maskentragenden Besuchern, sondern auch wegen des Kopf-an-Kopf-Rennens der vier dicht beieinander liegenden Kandidaten. «Wir haben ein hohes fachliches Niveau erlebt», fasst Chefexpertin Noemi Kessler bei der Rangverkündigung zusammen. «Wir haben an beiden Wettbewerbstagen gespürt, dass ihr sehr gut vorbereitet seid, viel wisst und hervorragende Fachleute seid. Das wahr sehr schön mitanzusehen.» Es sei keine leichte Aufgabe gewesen, die vier Wettkampfteilnehmenden auf die vier Ränge zu verteilen. So sieht letztlich die Rangierung aus: Platz vier ging an bvr-Mitglied Tabea Rosenkranz (Restaurant Waldmannsburg, Dübendorf/ZH), Rang drei an Priscilla Maytner (Restaurant Salzano, Interlaken-Unterseen/BE), Platz zwei an bvr-Mitglied Cyrill Dörig (Restaurant Gotthard, Arth-Goldau). Auf den obersten Podestplatz durfte die 18-jährige Shania Colombo steigen (Gastronomie Hof zu Wil, Will/SG, bvr-Mitglied). Während Colombos Mutter ob des Sieges in Tränen ausbricht, begreift Tochter Shania erst langsam ihren Sieg: «Ich habe nicht wirklich damit gerechnet», freut sie sich. «Alle Finalisten haben eine sehr starke Leistung gezeigt.»
Diese Aufgaben hatten die Finalisten am zweiten Wettbewerbstag zu erledigen: Als erstes galt es, ein Buffet und eine Tafel festlich einzukleiden, inklusive kunstvoll gefalteten Servietten für die Tafel. Kaum damit fertig, kam die nächste Aufgabe auf die Finalistinnen zu, und zwar eine Mystery-Aufgabe. Chefexpertin Noemi Kessler: «Gestern tauschten wir spontan das «Früchte filetieren» gegen das Anrichten von «Spaghetti Carbonara vor dem Gast» aus. Heute holen wir die Früchte-Aufgabe nach.» Dazu hatten die Finalisten eine halbe Stunde Zeit. Es galt drei von fünf Früchten zu filetieren. Einzig die Orange war Pflicht, die beiden weiteren Früchte konnten unter Banane, Erdbeere und Ananas gewählt werden. Chefexpertin Kessler weiss, warum die Orange Pflicht war: «Das Herauslösen der Filets aus den Orangenschnitzen gilt als eine der schwierigsten Aufgaben.»
Nach dem Wein fachgerecht dekantieren und verkaufen, gab es für die Finalisten eine Aufgabe im Barbereich zu lösen. 20 Getränkerezepte müssen die Restaurationsfachleute im Kopf haben. Kurz vor dem Eintreffen der Gäste wurden zwei klassische Drinks bestimmt. Sie hatten fünf Minuten Zeit fürs Mise-en-place. Dann folgte der Gästeempfang.
Als Schlussaufgabe galt es, einer vierköpfigen Gästegruppe ein viergängiges Fine-Dining-Menü zu servieren. Als Vorspeise mussten die Finalisten ein Beefsteak Tatar am Tisch zubereiten. Danach gab es flambierte Crevetten an einer Pernodsauce. Es folgte der Wolfbarsch in der Salzkruste, der von den Finalisten der Küche vorbereitet wurde. Als Abschluss flambierten die Finalisten der Restauration eine Crêpe Suzette am Tisch. Hierfür stellten die Köche am Vortag die benötigten Crêpes her. Christoph Muggli, Präsident des Berufverbandes Restauration bvr, genoss das Vier-Gang-Menü in vollen Zügen. «Es schmeckt vorzüglich», so sein zufriedenes Fazit.
(Ruth Marending)