Für die Schweizer Kochnationalmannschaften geht es an der Koch-WM um die Titelverteidigung. Team-Manager Marco Steiner gibt Einblick in die letzten Vorbereitungen.

Team-Manager Marco Steiner will die Teams wieder zum Sieg führen. (ZVG)
Die Stimmung ist sehr gut, auch wenn der Druck langsam spürbar wird. Wir trainieren derzeit jeden Tag in Kleingruppen, um möglichst alles herauszuholen.
In der Schlussphase geht es darum, die Effizienz und Präzision zu perfektionieren. Wir bereiten zum Beispiel ein Fingerfood mit Knusperschale zu. Damit möglichst keine Feuchtigkeit an letztere gelangt, arbeiten wir mit einer Folie, die erst ganz am Schluss entfernt wird. Solche Details können den Unterschied machen.
Das Handwerk wird im Vordergrund stehen – nicht zuletzt aufgrund der Regeländerung, wonach weniger Formen zum Einsatz kommen dürfen. Ansonsten werden neu fünf Punkte für Innovation vergeben. Auch das könnte sich im Handwerklichen zeigen.
Da weniger Formen erlaubt sind, haben wir andere Wege gesucht und beispielsweise den 3D-Druck ausgebaut. Der Hauptgang der Juniorinnen ist zudem ein Fischgang, was eher ungewöhnlich ist. Letztlich weiss man aber nie, was die Konkurrenz macht und wie innovativ man tatsächlich ist.
Ein bisschen beides. Aber ich bin überzeugt, dass wir die Ausgangslage zu unserem Vorteil nutzen können. Aller Augen werden auf uns gerichtet sein, und die Teams haben die Energie, um noch einen draufzulegen. Den höheren Druck spüren die Mitglieder aber schon.
Sehr stark. Nach der Schmach vor vier Jahren werden sich insbesondere die nordischen Länder entsprechend vorbereitet haben. Es könnte aber auch einige Überraschungen geben wie zum Beispiel die Italiener, die am letzten Bocuse d’Or sehr stark waren. Oder auch Österreich, die 2018 überraschend den Junioren-Titel holten.
Mit Schweizer Präzision. Und mit Teamgeist. Wir hatten mehr Zeit als bei der Vorbereitung auf die letzte Olympiade und die beiden Teams haben vermehrt zusammengearbeitet, um Synergien zu nutzen. Wir haben eine gute Mischung aus Erfahrung und jungen Talenten in den Teams. Man spürt zudem, dass das Junioren-Team ein reines Frauenteam ist – das bringt etwas mehr Ruhe rein.
Natürlich kommen da sehr schöne Erinnerungen hoch. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich an die Siegerehrung denke, die für die Schweiz historisch war. Hoffen wir, dass wir dieses Jahr wieder so oft jubeln dürfen.
(Angela Hüppi)