Die Destination Davos Klosters macht bei der Digitalisierung einen grossen Schritt. Sie hat eine neue App lanciert und schafft die analoge Gästekarte ab.

Davos Klosters räumt mit Daten-Wirrwarr auf und bündelt Gästedaten aus diversen Quellen in einem zentralen Daten-Hub. (Destination Davos Klosters)
Seit Juni profitieren Gäste in der Destination Davos Klosters von einem neuen Digitalangebot. Es besteht aus einer App, einer digitalen Gästekarte und einem einheitlichen Nutzerprofil. Hinter den Anwendungen steht eine zentralisierte digitale Infrastruktur, die Gäste und Leistungsträger näher zusammenbringt.
«Die App ist einfach zu bedienen und gibt dem Gast unkompliziert Zugang zu allen für ihn persönlich relevanten Informationen», erklärt Reto Branschi, Präsident des Verwaltungsrats der Destination Davos Klosters und Projektverantwortlicher Digitalisierung. Jeder Gast kann in der App seine Interessen und Vorlieben abspeichern und wird mit passenden Infos beliefert.

Reto Branschi war Direktor der Destination Davos Klosters. Seit Januar 2025 ist er Präsident des Verwaltungsrats.
So erhält ein Skifahrer aktuelle Infos über Pistenverhältnisse und Frequenzen in seinem Lieblings-Bergbeizli zugespielt. Seine kultur- und wellnessinteressierte Begleitung erhält indes Hinweise zu aktuellen Ausstellungen und freien Massageterminen. «Jeder Gast hat so quasi seine persönliche App.»
Die digitalen Neuerungen bringen nicht nur den Gästen Vorteile, sondern auch den Leistungsträgern und der Destinationsorganisation selbst. «Davos Klosters ist eine Destination, die seit jeher aktiv im IT-Bereich ist», weiss Reto Branschi, der 1987 als Finanzleiter bei der Organisation begann und sie ab 2007 bis 2024 als CEO führte. Der IT-Bereich wuchs über die Jahre organisch weiter. «Das führte dazu, dass Daten, zum Beispiel die Adresse des Gastes, in der Gästeberatung, der Eventabteilung, der Finanzabteilung, im Ferienshop und so weiter erfasst und gespeichert wurden», erzählt Reto Branschi. Es sei höchste Zeit gewesen, diesen Datenwildwuchs zurechtzustutzen und die Daten aus den verschiedensten Quellen in einem einzigen Daten-Hub zu bündeln.
Reto Branschi, Destination Davos Klosters
Dies sei nun erfolgt. Ein Resultat dieser Bündelung ist die Davos-Klosters-App. Ein weiteres neues Produkt aus dem Daten-Hub ist die digitalisierte Gästekarte.
Seit Juli ist die digitale Gästekarte im Einsatz. Bis zur Wintersaison wird sie die gedruckte Gästekarte ablösen. «Der Impuls für die digitale Karte kommt vom ÖV», erklärt Reto Branschi. Zum Busund Zugfahren brauche es einen QR-Code, der aufgrund der Lesbarkeit analog nicht umsetzbar ist. «Die Gästekarte zu digitalisieren, ist die logische Folge davon.» Das neue System spart Zeit und Geld, weil die Destination auf den Druck von Gästekarten und deren Auslieferung an Ferienwohnungsvermieter und Hotels verzichten kann. Ausserdem lassen sich das Benefitangebot sowie Änderungen der ÖV-Gültigkeit jederzeit aktualisieren, ohne neue Karten drucken zu müssen. Die Gastgeber ihrerseits müssen keine Gästekarten mehr lagern und zeitraubend von Hand ausstellen. Stattdessen können sie jeder Buchungsbestätigung den Link zur digitalen Gästekarte beilegen. Der Gast lädt die Karte herunter und füllt dabei seine Daten selber in den Daten-Hub ein. Reto Branschi nennt einen weiteren Vorteil: «Der Gast kann seine Gästekarte schon zu Hause aufs Smartphone laden. So profitiert er noch vor dem Checkin den ganzen Anreisetag lang von den Benefits.»
(Riccarda Frei)