Übernachten in vergänglicher Kunst

Im Winter 1995/96 wurde das erste Iglu-Dorf eröffnet. Inzwischen gibt es fünf Dörfer, die bisher 200 000 Logiernächte generierten.

Vom ersten Schneeblock bis zum fertigen Kunstwerk sind rund 2000 Arbeitsstunden nötig. (ZVG)

Was vor 30 Jahren als eine etwas verrückte Idee begann, hat sich zu einem erfolgreichen touristischen Winterangebot gemausert. Im Iglu schlafen kann man in Davos Klosters/GR, Gstaad/BE, Zermatt/VS, Inns-bruck-Kitzbühl (AT) und auf der Zugspitze (DE). Dies bei einer konstanten Raumtemperatur von null Grad, eingemummt in warme Schlafsäcke und auf Schaffellen. Zum Aufwärmen stehen je nach Iglu-Dorf Sauna, Whirlpool oder sogar beides zur Verfügung. Ausserdem wird im Iglu-Restaurant ein leckeres Fondue aufgetischt. Gemäss der Iglu-Dörfer GmbH werden pro Saison gut 4,5 Tonnen Käse aufgetischt. Bisher haben über 200 000 Gäste in den Iglus logiert. 20 Paare feierten dort sogar ihre Hochzeit. Ein Grund dafür ist sicher das märchenhafte Ambiente. Jedes Dorf hat ein Thema, das sich wie ein roter Faden vom Restaurant-Iglu über die Schneegänge bis zu den einzelnen Übernachtungsiglus durchzieht. Die vorgegebenen Themen werden von Künstlern fantasievoll umgesetzt. Für die Verschönerung eines Iglu-Zimmers brauchen die Künstler ein bis zwei Tage. Die Herstellung einer grossen Skulptur dauert rund drei Tage. Pro Saison entstehen etwa 100 Kunstwerke, die Ende Saison einfach wegschmelzen.

Bevor im Frühling auch die Iglus zerfliessen, werden sie in rund 2000 Arbeitsstunden zum Saisonanfang aus Natur- und Kunstschnee erbaut. «Milde Winter und Klimaveränderung sind auch für uns ein Thema», sagt Géraldine Pucken, Media-Relations-Verantwortliche bei der Iglu-Dorf GmbH. Da Schnee nach innen und aussen isoliert, sind Plusgrade erst ein Problem, wenn sie über längere Zeit andauern. «Wichtig ist für uns, dass es zu Winterbeginn, wenn gebaut wird, ausreichend kalt ist.» Alle Iglu-Dörfer liegen auf mindestens 2000 Metern über Meer oder höher. Sollte es nötig sein, werden sie einfach an noch höher gelegenen Orten gebaut.

(Riccarda Frei)


Mehr Informationen unter:

iglu-dorf.com