Was 1976 als spontane Idee einiger junger Köche im Château Gütsch begann, ist heute eine feste Luzerner Institution: Die «Gütschstiften» feiern am 4. Mai 2026 ihr 50-jähriges Jubiläum – dort, wo alles begann.
Die jährlichen Treffen ehemaliger Lernender aus Küche, Service und Hotelfach sind geprägt von persönlichem Austausch, beruflicher Verbundenheit und gelebter Gastlichkeit. Rund 75 Mitglieder der alten Garde – teils im Ausland, teils pensioniert, teils noch aktiv in der Gastronomie – halten diese Tradition lebendig.
Über Jahrzehnte prägte Josef Häfliger das Schlosshotel: mehr als 42 Jahre Küchenchef, über 100 ausgebildete Lernende, mehr als 2500 bekochte Hochzeiten. Zudem war er am Aufbau von Betrieben wie dem Restaurant Waldegg in Horw/LU, dem Restaurant Obernau und dem Hotel Fidazerhof in Fidaz/GR beteiligt.
Auch der Service schrieb Geschichte. Persönlichkeiten wie Maître d’Hôtel Gino D’Angelo, Helmut, Mario und Luigi bestimmten Stil und Atmosphäre. Legendär war die abendliche Sakko-Pflicht – ob auf der Terrasse oder im Restaurant. Am Eingang standen rund 20 verschiedene Sakkos bereit; jeder Gast erhielt eines, auch in kurzer Hose oder T-Shirt. Nicht alle waren begeistert – einmal verliess ein Zwölfertisch das Lokal aus Protest. Keine eine halbe Stunde später waren die Plätze wieder besetzt.
Im Gütsch wurde klassischer Plattenservice zelebriert: tranchieren, flambieren, zerlegen, nachservieren – mit Gerichten wie Hummer, Forelle Blau, Château Briand, Sole Colbert, frischem Fruchtsalat, Crêpes Suzette oder Irish Coffee. Das Schlosshotel war Bühne und Handwerk zugleich – ein System im Gleichgewicht.
Im Gütsch entstanden auch persönliche Geschichten, die bis heute weiterwirken. Eine dieser Geschichten begann 1982, als sich Jörg und Renata Greder im Gütsch kennenlernten – heute, als OK-Ehepaar, organisieren sie das Jubiläum. Für die Feier öffnet das Château Gütsch erneut seine Türen. Gastgeber Andreas Gartmann unterstützt das Vorhaben mit grosser Offenheit und spürbarer Gastgeberfreude – ein Zeichen dafür, wie stark die Geschichte des Hauses bis heute trägt. Das Schlosshotel ist gut erreichbar – zu Fuss, mit der hauseigenen Standseilbahn oder mit dem Auto. Es stehen kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung.
Seit 2019 führt Andreas Gartmann das Château Gütsch. Zuvor leitete er das Eden Roc in Ascona/TI – heute präsentiert er das Luzerner Wahrzeichen mit viel Gespür für Tradition und neues Leben.
(mm)